Nach Handball-EM DHB trennt sich von Bundestrainer Prokop - Gislason wird Nachfolger

Der Deutsche Handballbund hat sich von Männer-Bundestrainer Christian Prokop getrennt. Sein Nachfolger wird der Isländer Alfred Gislason.
Christian Prokop: Schluss nach zweieinhalb Jahren

Christian Prokop: Schluss nach zweieinhalb Jahren

Foto:

Sascha Klahn/ dpa

Der Deutsche Handballbund (DHB) trennt sich kurz nach der EM von Bundestrainer Christian Prokop. Das gab der Verband bekannt. Zuvor hatte "Bild" darüber berichtet. Nachfolger des 41-Jährigen, der seit Sommer 2017 Bundestrainer war, wird der Isländer Alfred Gislason.

"Wir haben diese schwere Entscheidung nach reichlicher Abwägung und einer ganzheitlichen Analyse aus Verantwortung für den deutschen Handball getroffen", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. "Wir sind in der Analyse der Europameisterschaft davon überzeugt, dass wir unsere kurzfristigen Ziele nur mit einem neuen Impuls erreichen können."

Prokop hatte die EM in Österreich, Norwegen und Schweden mit der deutschen Mannschaft auf dem fünften Platz beendet. Das Ziel Halbfinale wurde verfehlt, allerdings fehlten dem Bundestrainer auch mehrere Stammspieler verletzungsbedingt. Noch nachdem das DHB-Aus festgestanden hatte, sagte Sportvorstand Axel Kromer, man werde "natürlich mit Christian in Richtung Olympia gehen und die Sommerspiele anpeilen".

Gislason, 60, stehe aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und Erfolge für einen solchen Impuls und bringe frische Energie in die Nationalmannschaft. Nach Angaben des DHB wird er am Freitag (11.30 Uhr) offiziell vorgestellt.

Gislason erhält einen Vertrag bis zur EM 2022 in Ungarn und der Slowakei, sein erster Arbeitstag wird der 9. März. Das erste Länderspiel steht am 13. März ab 18 Uhr gegen die Niederlande auf dem Programm. Erster Höhepunkt wird das Olympia-Qualifikationsturnier, das vom 17. bis zum 19. April in Berlin stattfindet.

In Deutschland hatte Gislason vor allem beim THW Kiel große Erfolge gefeiert, wo er von 2008 bis 2019 aktiv war, zuvor trainierte er unter anderem den SC Magdeburg (1999 bis 2006) und den VfL Gummersbach (2006 bis 2008). Insgesamt gewann er dreimal die Champions League, wurde siebenmal Deutscher Meister und gewann sechsmal den DHB-Pokal.

mon/dpa/sid
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.