Handball-Drama im Champions-League-Finale Zum Schluss leidet der überragende Wolff

Mit vielen Paraden führte Andreas Wolff seinen Klub Kielce ins Siebenmeterwerfen, doch dort verzweifelte der Keeper an den gegnerischen Werfern: Barcelona hat einen Handball-Krimi für sich entschieden.
Andreas Wolff nach der Niederlage im Champions-League-Finale

Andreas Wolff nach der Niederlage im Champions-League-Finale

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Marius Becker / dpa

Das Spiel war vorbei, und Andreas Wolff saß enttäuscht am Pfosten, er musste von den Teamkollegen getröstet werden: Der deutsche Keeper hat sich den Traum vom Triumph in der Champions League nicht erfüllen können.

Der 31-Jährige verlor mit Vive Kielce das dramatische Endspiel beim Final4 in Köln gegen Titelverteidiger und Rekordsieger FC Barcelona 3:5 im Siebenmeterwerfen. Nach Verlängerung hatte es 32:32 (28:28, 13:14) gestanden. Die Katalanen hatten am Vortag im Halbfinale bereits die Titelträume des THW Kiel zerstört.

»Das muss ich erst mal verarbeiten. Es tut gerade unglaublich weh«, sagte Wolff: »Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben in dieser Saison und heute eine unfassbare Moral gezeigt.«

Wolff war mit zwölf Paraden und einer Abwehrquote von 27,9 Prozent einer der überragenden Spieler auf dem Feld. Sein Gegenüber Gonzalo Pérez de Vargas hielt bei Barcelona ähnlich stark – auch er kam auf zwölf Paraden (27,3 Prozent). Allerdings konnte der spanische Schlussmann im entscheidenden Siebenmeterwerfen einen Versuch abwehren.

Immer wieder Wolff – hier gegen Fabregas von Barcelona

Immer wieder Wolff – hier gegen Fabregas von Barcelona

Foto: IMAGO/Holsteinoffice.de/Jörg Lühn / IMAGO/Holsteinoffice

Das Starensemble aus Barcelona begann stark und zog schnell auf drei Tore davon. Kielce ließ sich aber nicht entmutigen und schaffte vier Minuten vor der Halbzeit beim 12:12 den Ausgleich.

Nach dem Wechsel verlor der spanische Serienmeister ein wenig seine spielerische Linie und beim 16:17 (36.) erstmals seit dem 0:1 wieder die Führung. Kielce warf seine ganze Physis in das enge Match und konnte sich in der Defensive weiter auf Wolff verlassen. Drei Sekunden vor Schluss glich der polnische Meister aus und rettete sich damit in die Verlängerung, die keine Entscheidung brachte. Barça hatte das bessere Ende für sich.

Kiel gewinnt Bronze

Für die Kieler endete das Finalturnier derweil versöhnlich. Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha sicherte sich in einem packenden kleinen Finale gegen Telekom Veszprem mit 37:35 (34:34, 14:18) nach Siebenmeterwerfen die Bronzemedaille. Es überwog der Stolz auf eine gute Saison: »Wir können auf jeden Fall zufrieden sein«, sagte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak.

jan/dpa/sid
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