Handball-EM Neun Minuten in der zweiten Hälfte kosten Deutschland das Halbfinale

Lange hatte es im ersten Durchgang so ausgesehen, als könnten Deutschlands Handballerinnen ins Halbfinale einziehen. Am Ende waren die Kroatinnen aber zu stark – und ihre Torhüterin zu widerstandsfähig.
Luisa Schulze schafft es nicht durch den kroatischen Block: Das DHB-Team scheitert in der Hauptrunde

Luisa Schulze schafft es nicht durch den kroatischen Block: Das DHB-Team scheitert in der Hauptrunde

Foto: Claus Fisker / imago images/Ritzau Scanpix

Das deutsche Handball-Nationalteam ist bei der Europameisterschaft in Dänemark und Norwegen ausgeschieden. Bei der 23:20 (12:12)-Niederlage im letzten Hauptrundenspiel gegen Kroatien wurde den deutschen Spielerinnen eine Schwächephase zu Beginn der zweiten Hälfte zum Verhängnis.

»Es war ja eh klar, dass wir gegen Kroatien gewinnen müssen, wenn wir weiterkommen wollen«, hatte Bundestrainer Henk Groener nach der Niederlage gegen die Niederlande am Montag gesagt. Im ersten Durchgang schien das deutsche Team tatsächlich auf einem guten Weg: Angeführt von der starken Julia Maidhof, mit neun Treffern beste Werferin der Partie, führte Deutschland über weite Strecken. Kroatien ging in der 30. Minute erstmals in Führung.

Deutschlands größtes Problem stand im Tor der Kroatinnen. Torhüterin Tea Pijević parierte zeitweise mehr als 50 Prozent der Würfe. Dabei bekam sie aber auch einiges ab: Unmittelbar vor dem Pausenpfiff verletzte sie sich am Finger und schrie auf. Die Halbzeit wurde für die Behandlung genutzt, mit einem getapeten Finger stand sie zu Beginn des zweiten Durchgangs wieder zwischen den Pfosten – und bekam direkt einen Ball ins Gesicht.

Zwei Tore Vorsprung zum Weiterkommen

Mit zwei Toren Vorsprung hätte das DHB-Team gewinnen müssen, um im Halbfinale zu stehen. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff schien ein solches Ergebnis bereits illusorisch: Durch Ćamila Mičijević mit drei Treffern, Ana Debelić und Larissa Kalaus trieben die Kroatinnen das Ergebnis binnen neun Minuten von 12:12 auf 17:12 hoch.

Dass das deutsche Team in der Schlussphase noch einmal auf bis zu zwei Tore herankam, lag auch an den Kroatinnen, bei denen sich Konzentrationsfehler einschlichen. Obwohl die deutsche Torhüterin Isabell Roch am Ende gleich mehrmals stark parierte, reichte es am Ende nicht einmal mehr für ein Unentschieden.

Die Kroatinnen feierten den ersten Halbfinaleinzug ihrer Geschichte.

hba