Handball-EM Nächster Rückschlag in der Hauptrunde – auch Norwegen ist für Deutschland zu stark

Lange hielten die coronageschwächten deutschen Handballer die Partie gegen Mitfavorit Norwegen offen, zum Schluss wurde es dann doch noch deutlich. Die Chance auf das Halbfinale ist nur noch minimal.
Simon Ernst schafft es nicht, Norwegens Christian O'Sullivan zu stoppen

Simon Ernst schafft es nicht, Norwegens Christian O'Sullivan zu stoppen

Foto: Jozo Cabraja / kolektiff / imago images/Kolektiff

Der Traum vom EM-Halbfinale rückt für Deutschlands coronageplagte Handballer in immer weitere Ferne. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gíslason verlor am Freitagabend gegen Mitfavorit Norwegen 23:28 (12:14) und kassierte damit die zweite Hauptrunden-Niederlage innerhalb von zwei Tagen. Angesichts von nun schon vier Minuspunkten ist der Einzug in die K.o.-Phase theoretisch zwar weiterhin möglich, das deutsche Team hat es aber nicht mehr in der eigenen Hand.

Letztlich fehlte dem aufgrund zahlreicher Coronafälle zusammengewürfelten Team gegen die Norweger um ihren Superstar Sander Sagosen (THW Kiel) aber einfach die Klasse. Die nächste Chance auf ein Erfolgserlebnis beim Turnier in der Slowakei und Ungarn bietet sich der DHB-Auswahl an diesem Sonntag (18.00 Uhr/ARD) gegen Rekord-Europameister Schweden. Bester Werfer der deutschen Mannschaft vor 2026 Zuschauern in Bratislava war Johannes Golla mit vier Treffern.

Auch der 39-jährige Johannes Bitter im Tor überzeugte erneut. Der eigentlich aus dem Nationalteam zurückgetretene Routinier war aufgrund der positiven Coronatests von Andreas Wolff und Till Klimpke nachnominiert worden, war gegen die Skandinavier aber von Beginn an ein sicherer Rückhalt: Im ersten Durchgang parierte Bitter etliche Würfe. Er kam auf eine starke Quote von 39 Prozent abgewehrter Bälle – und trotzdem zogen die Norweger davon. Denn je länger das Spiel dauerte, desto mehr haperte es im deutschen Angriff. Die DHB-Auswahl ließ entweder gute Chancen liegen oder fiel durch Fehlpässe auf.

Keine neuen Fälle, aber auch keine Rückkehrer

Den zweiten Tag in Folge wurde kein weiterer Nationalspieler positiv auf Corona getestet, trotzdem befinden sich immer noch elf Akteure in Isolation. Sie mussten auch dieses Spiel vor dem Fernseher verfolgen. Darunter ist auch immer noch Rückraumspieler Julius Kühn, der am vergangenen Samstag als erster Nationalspieler positiv getestet worden war. Theoretisch hätte der 28-Jährige gegen die Norweger zwar wieder mitwirken können, doch sein Testergebnis wies am Freitag noch einen Wert auf, der »nicht den Voraussetzungen für eine Rückkehr ins Turnier entsprach«, wie der DHB mitteilte. So setzte Gíslason auf dieselben 16 Akteure wie beim 23:29 am Donnerstag gegen Spanien.

Die mit etlichen Nachnominierten besetzte Truppe tat sich gegen den Mitfavoriten wie erwartet schwer. »Ich glaube, es liegt vor allem daran, dass wir wie so oft jetzt diese unerzwungenen Fehler machen«, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Pause. »Wir haben natürlich auch zu wenig Wurfpräzision.« Die erheblichen Personalprobleme konnte die arg dezimierte DHB-Auswahl letztlich nicht kompensieren.

Nun haben der Bundestrainer und seine Spieler zumindest einen Tag, um sich auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Vielleicht ist vor der Partie gegen die Schweden sogar noch ein Training möglich, auch das war bei der von Corona geprägten EM zuletzt nicht immer der Fall.

cev/dpa
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