Handball-WM in Japan "Spielerin des Spiels" Bölk wirft neun Tore, Deutschland verliert

Die deutschen Handballerinnen waren bei der WM nah am nächsten Erfolg, doch Weltmeister Frankreich war zu routiniert. Der Weg zu Olympia steht dem Team von Bundestrainer Henk Groener aber weiter offen.

Emily Bölk (l.) bejubelt eins ihrer neun Tore gegen Frankreich
Marco Wolf/ DPA

Emily Bölk (l.) bejubelt eins ihrer neun Tore gegen Frankreich


Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Japan zum ersten Mal nicht gewonnen. Gegen die Welt- und Europameisterinnen aus Frankreich verlor das DHB-Team nach den Siegen gegen Brasilien, Australien und Dänemark 25:27 (12:14), zeigte aber erneut eine gute Leistung. Emily Bölk überragte im Angriff mit neun Toren und wurde im Anschluss als "Spielerin des Spiels" ausgezeichnet.

Was die Niederlage für den weiteren Turnierverlauf bedeutet, wird der letzte Gruppenspieltag am Freitag zeigen. Deutschland steht bereits in der Hauptrunde und trifft dann auf die ebenfalls qualifizierten Südkoreanerinnen (11 Uhr). Mit einem Sieg würde das Team von Bundestrainer Henk Groener in jedem Fall zwei Punkte mitnehmen. Ob es vielleicht sogar vier Hauptrundenpunkte werden, entscheidet sich im Spiel zwischen Frankreich und Dänemark. Sollten die Däninnen gewinnen, hätte Deutschland im Erfolgsfall gegen Südkorea bereits zwei Hauptrundengegnerinnen geschlagen.

Das große Ziel für das deutsche Team ist die Olympiaqualifikation. Dafür ist entweder der WM-Titel nötig - oder ein Platz unter den besten sieben Mannschaften. Dann wäre man bei einem Qualifikationsturnier für Tokio 2020 dabei und bekäme eine weitere Chance.

Gute Leistung gegen offensive Abwehr

Für Groener stand im Vordergrund, die Belastung für sein Team zu steuern. So begannen zunächst die gleichen sieben Spielerinnen wie beim 26:25-Erfolg gegen Dänemark, doch im Verlauf der ersten Hälfte wechselte der Niederländer viel durch. "Das schwere Spiel steckte uns noch ein wenig in den Knochen, der Mannschaft war die Müdigkeit anzumerken", sagte Groener nach dem Schlusspfiff gegen Frankreich. Zu Beginn ging ein wenig Spielfluss verloren, trotzdem hielt die DHB-Auswahl gegen die Favoritinnen gut dagegen und der Pausenrückstand hielt sich mit zwei Toren in Grenzen.

Frankreich agierte über weite Strecken der ersten Hälfte mit einer offensiven 5:1-Deckung, was insbesondere die deutsche Kapitänin Kim Naidzinavicius in der Rückraummitte vor Probleme stellte. Besser zurecht kam Bölk, die sich auf der linken Seite immer wieder in direkte Duelle stürzte und mit vier Treffern überzeugte. Torhüterin Dinah Eckerle, im bisherigen Turnierverlauf eine Leistungsträgerin, hielt in der achten Minute ihren ersten Ball und kam bis zur Pause auf fünf Paraden.

Torhüterin Dinah Eckerle
Marco Wolf/ DPA

Torhüterin Dinah Eckerle

Nach der Pause stellte Groener den Rückraum um. Die Rechtshänderin Alina Grijseels begann rechts, wo sonst eigentlich Linkshänderinnen spielen. Durch diese ungewöhnliche Maßnahme sollte das deutsche Spiel mehr Tiefe bekommen, was zunächst auch gelang. Die für Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund spielende Grijseels erzielte zwei der ersten vier deutschen Tore in der zweiten Hälfte.

Beim Stand von 14:15 vergab Luisa Schulze freistehend die Chance auf den Ausgleich, auch weil die französische Torhüterin Amandine Leynaud immer stärker wurde und nicht nur diese Großchance parierte. Frankreich zog Mitte des Durchgangs auf 18:23 davon. Doch erneut war es die 21-jährige Bölk, die im Rückraum Verantwortung übernahm und die Groener-Sieben mit fünf Toren auf 24:25 heranbrachte. Die Französinnen blieben jedoch ruhig und spielten ihre Angriffe routiniert zu Ende.

krä/dpa

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