Zweiter Vorfall in der Bundesliga Metzinger Handballerinnen entdecken versteckte Kameras im Umkleideraum

Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass vor einer Partie der Handball-Bundesliga in Buchholz Kameras in den Umkleideräumen der Spielerinnen gefunden wurden – nun wird ein weiterer Fall in Metzingen publik.
Spielerinnen der TuS Metzingen in der Bundesligapartie gegen die HSG Blomberg-Lippe

Spielerinnen der TuS Metzingen in der Bundesligapartie gegen die HSG Blomberg-Lippe

Foto:

Eibner-Pressefoto / Jan Strohdiek / imago images/Eibner

Handball-Bundesligist TuS Metzingen hat mitgeteilt, dass Spielerinnen des Klubs Anfang der Woche zwei versteckte Kameras in ihrem Umkleideraum entdeckt haben. Nachdem der Verein die Polizei darüber informiert hatte, wurde eine Person aus dem näheren Mannschaftsumfeld ermittelt, die nun unter dringendem Tatverdacht steht. Die Zusammenarbeit mit dieser Person sei umgehend beendet worden.

Wie der Pressesprecher des Reutlinger Polizeipräsidiums gegenüber dem »Reutlinger General-Anzeiger« sagte, sei bei dem Verdächtigen »Beweismaterial« gefunden worden. Eine mögliche Verurteilung aufgrund von Verletzung von Persönlichkeitsrechten könne mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.

»Diese widerliche Tat – zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson – ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen«, sagte Manager Ferenc Rott. Er sei »beeindruckt« vom Zusammenhalt der Spielerinnen und ihrem gemeinsamen Entschluss, dennoch zur Partie gegen die SG BBM Bietigheim anzutreten. Diese hatte der TuS am Mittwoch 20:32 (13:20) verloren.

Spielerinnen melden sich auf Instagram zu Wort

Inzwischen haben sich die Spielerinnen der TuS Metzingen auch selbst zu Wort gemeldet. Auf Instagram posteten sie ein Teamfoto und gaben sich im Kommentar darunter kämpferisch: »Wir lassen uns von nichts und niemanden unterkriegen. Der Frauenhandball steht zusammen und wehrt sich entschlossen gegen all diejenigen, die uns und unseren Sport bedrohen. Unser Zusammenhalt ist größer als jede Rivalität, jedes Spiel, jedes Tor!«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Unterstützung von Polizei, Verband und Konkurrenz

Manager Ferenc Rott freute sich indes über die Solidarität, die sein Team erfahren habe. »Wir haben in dieser schwierigen Zeit von Polizei, Verband und anderen Mannschaften viel Unterstützung erfahren. Das hilft natürlich, und dafür bedanken wir uns.«

Die Handball-Bundesliga Frauen (HBF) reagierte »schockiert« und sicherte der TuS »volle Unterstützung« zu. »Wir verurteilen diese verwerfliche Handlung auf das Schärfste«, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. »Eine solche kriminelle Tat widerspricht allen Werten, die wir als HBF zusammen mit unseren Vereinen vertreten.«

Bereits Vorfall in Buchholz

Bereits in der vergangenen Woche war ein ähnlicher Fall in der Handball-Bundesliga bekannt geworden: Im vergangenen September waren vor der Partie zwischen HL Buchholz 08-Rosengarten und der SG BBM Bietigheim in den Kabinen beider Teams Kameras entdeckt worden. Die Polizei hatte entsprechende Recherchen des »Winsener Anzeigers« bestätigt.

mfu/vgl/dpa
Mehr lesen über