Flensburg gewinnt Handball-Supercup Filip Jicha verpasst ersten Titel als neuer Kiel-Trainer

Filip Jicha soll den THW Kiel als Nachfolger von Trainer Alfred Gislason wieder zu alten Erfolgen führen. Doch das erste Endspiel unter ihm ging im Siebenmeter-Werfen verloren.

Filip Jicha: "Die Kleinigkeiten haben das Spiel entschieden"
Marius Becker / DPA

Filip Jicha: "Die Kleinigkeiten haben das Spiel entschieden"


Die SG Flensburg-Handewitt ist mit dem Gewinn des Handball-Supercups in die neue Saison gestartet. Der amtierende Deutsche Meister gewann im Siebenmeter-Werfen mit 4:3 gegen Pokalsieger THW Kiel. Nach regulärer Spielzeit hatte es in der Düsseldorfer Arena 28:28 (14:13) gestanden. Am Ende war es Kiels Topstar Domagoj Duvnjak, der mit dem letzten Siebenmeter an SG-Keeper Benjamin Buric scheiterte.

Der prestigeträchtige Erfolg im 100. Nordderby gibt Flensburg Selbstvertrauen für die am Wochenende beginnende Saison in der Handball-Bundesliga. Kiel dagegen verpasste den ersten Titel unter dem neuen Trainer Filip Jicha, der nach der vergangenen Saison Alfred Gislason abgelöst hatte. Der Isländer war elf Jahre Coach der Kieler gewesen und hatte mit dem THW insgesamt 19 Titel gewonnen, darunter zweimal die Champions League. In der vergangenen Saison arbeitete Jicha bereits als Gislasons Co-Trainer, gemeinsam gewannen sie den DHB-Pokal und den EHF-Cup. Die Deutsche Meisterschaft holte Kiel seit 2015 nicht mehr.

"Wenn man gewinnen will, muss man die Chancen besser nutzen", sagte Jicha, der selbst acht Jahre Spieler in Kiel war, nun nach dem verlorenen Finale: "Die Kleinigkeiten haben das Spiel entschieden. Wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen." Flensburgs Torhüter Buric wollte den Titelgewinn nicht überbewerten. "Wir haben etwas mehr Glück gehabt als Kiel. Heute haben wir richtig guten Handball gezeigt, aber wir sind trotzdem nicht Favorit auf die Meisterschaft", sagte er.

Flensburg bejubelte den ersten Titel der neuen Saison
Martin Rose / Getty Images

Flensburg bejubelte den ersten Titel der neuen Saison

Vor 9713 Zuschauern im ISS Dome war Johannes Golla mit acht Treffern bester Schütze der Flensburger. Auf der Gegenseite trafen Duvnjak, Magnus Landin Jacobsen und Niclas Ekberg jeweils fünfmal.

Schon der wechselhafte Verlauf der ersten Halbzeit gab einen Vorgeschmack darauf, wie eng es zwischen beiden Teams auch im weiteren Saisonverlauf zugehen könnte. Die Flensburger erwischten den besseren Start und lagen nach sechs Minuten mit 4:2 vorn. In der ersten Viertelstunde verhängte das Schiedsrichter-Duo Schulze/Tönnies fünf Zeitstrafen.

Kiel verpasst Siegtreffer kurz vor Schluss

Kiel ging zwischenzeitlich in Führung, konnte sich aber nicht absetzen. Flensburg drehte das Spiel und lag zur Pause 14:13 vorn. Ähnlich eng ging es in der temporeicheren zweiten Halbzeit zu. Vor allem der norwegische Nationaltorhüter Torbjörn Bergerud trug dazu bei, dass die Flensburger die Partie jederzeit offenhielten. In einer dramatischen Schlussphase verpassten die Kieler bei eigenem Ballbesitz den entscheidenden Treffer. So ging es ins Siebenmeter-Werfen - mit dem besseren Ende für Flensburg.

Nur einen Tag nach dem Supercup startet die Bundesliga mit den Partien Magdeburg - Balingen, Wetzlar - Lemgo und Nordhorn - Bergischer HC in ihre 54. Saison. Das erste echte Spitzenspiel steigt bereits am 2. Spieltag, wenn die mitfavorisierten Rhein-Neckar Löwen in Flensburg gastieren.

ptz/dpa/sid



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