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KAJAK »Hoffentlich keine Nilpferde«

Der Extrempaddler Olaf Obsommer, 37, über den Versuch, in Gabun eines der wildesten Dschungelgebiete Afrikas mit dem Boot zu durchqueren
aus DER SPIEGEL 36/2007

SPIEGEL: Diese Woche lassen Sie in Makokou das Kajak zu Wasser, dann beginnt Ihre Fahrt den Ivindo stromabwärts, 250 Kilometer. Wie lange sind Sie und Ihre zwei Begleiter unterwegs?

Obsommer: Zehn, vielleicht zwölf Tage. Wenn ein Fluss wenig strömt, kann man vier bis fünf Kilometer in einer Stunde zurücklegen, und ich möchte täglich acht Stunden im Boot sitzen. Ich kenne den Ivindo aber nicht, ich weiß nicht, was mich in Gabun erwartet.

SPIEGEL: Wie haben Sie sich auf die Expedition vorbereitet?

Obsommer: Es gibt leider keine vernünftigen Karten, ich konnte mir nur einige Luftaufnahmen anschauen. Ich orientiere mich mit Hilfe von Google Earth.

SPIEGEL: Welche Gefahren lauern auf Sie?

Obsommer: Ich bin im tiefsten Busch unterwegs, schlage abends am Ufer mein Zelt auf, es gibt Krokodile, Leoparden, Gorillas, es gibt Malaria und Bilharziose, es gibt Parasiten. Ich hoffe, im Ivindo leben keine Nilpferde. Die Tiere sind sehr aggressiv, diese Erfahrung habe ich beim Paddeln in Malawi gemacht.

SPIEGEL: Auf Ihrer Strecke liegen die größten Wasserfälle Zentralafrikas. Wie wollen Sie die bewältigen?

Obsommer: Ich muss vor Ort prüfen, ob sie fahrbar sind, ansonsten reise ich direkt ins Verderben. Bis zu einer Höhe von 30 Metern rausche ich mit dem Kajak runter, wenn das Becken tief genug ist. Ansonsten muss ich das Boot durch den Wald tragen.

Spiegel: Wie viel Gepäck haben Sie dabei?

Obsommer: Knapp 20 Kilogramm - Topf, Kocher, Satellitentelefon, Trockennahrung, Wäsche.

SPIEGEL: Wo genau befindet sich Ihr Ziel?

Obsommer: An der Mündung des Ivindo in den Ogowe. Da liegt eine Straßenbrücke. Von da fahre ich per Anhalter zurück.

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