US-Schwimmer Klete Keller Olympiasieger soll an Sturm auf das Kapitol teilgenommen haben

Als Schwimmer erhielt der US-Amerikaner Klete Keller höchste Ehrungen, nun droht ihm womöglich ein Strafverfahren. Der Trump-Anhänger beteiligte sich offenbar an der Erstürmung des Parlamentsgebäudes.
Gewaltsamer Aufstand: Trump-Anhänger in der Rotunde des Kapitols in Washington

Gewaltsamer Aufstand: Trump-Anhänger in der Rotunde des Kapitols in Washington

Foto: Jim Lo Scalzo / EPA-EFE / Shutterstock

Nach dem Sturm auf das US-Kapitol in Washington läuft die Identifizierung der Beteiligten weiter auf Hochtouren. Dabei wurde Medienberichten zufolge auch der US-amerikanische Schwimmer und Olympiasieger Klete Keller als einer der Teilnehmer ausgemacht.

Keller hatte in den Jahren 2004 und 2008 in der 4x200-Meter-Freistilstaffel zusammen mit dem Rekordolympiasieger Michael Phelps die Goldmedaille gewonnen. Zudem holte er 2000 und 2004 Bronze über 400 Meter.

Auch bei der Erstürmung des Kapitols kam er offenbar weit: Videoaufnahmen zeigen laut »New York Times«  und dem Fachportal »SwimSwam« , dass Keller in einer Jacke des Olympiateams in der Rotunde des Kapitols herumläuft. Demnach wurde der 38-Jährige von einer Reihe von Menschen aus dem Schwimmsport identifiziert und den Behörden gemeldet. Der »New York Times« zufolge zeigten sich mehrere dieser Personen nicht überrascht über Kellers Teilnahme an dem gewaltsamen Aufstand. Der Schwimmer habe sich in den sozialen Medien immer wieder als großer Trump-Unterstützer gezeigt. Inzwischen seien seine Accounts nicht mehr auffindbar.

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Zwar sei in keiner der Aufnahmen zu sehen, dass sich Keller an Gewaltakten beteiligt habe, berichtete die »New York Times« weiter. Allerdings könnte seine bloße Teilnahme an dem Eindringen der aufgebrachten Menge in das Parlament zur Folge haben, dass er von der US-Justiz verfolgt wird.

Die Trump-Anhänger hatten am Mittwoch vergangener Woche das Kapitol gestürmt, als dort eine Sitzung des Kongresses zur formellen Bestätigung des Wahlsieges von Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl im November stattfand. Eine Trump-Anhängerin wurde im Kapitol von der Polizei erschossen, ein Beamter erlag am Tag danach den Verletzungen, die er bei den Konfrontationen erlitten hatte. Drei weitere Menschen starben infolge medizinischer Notfälle während der Ausschreitungen.

Die US-Bundesanwaltschaft rechnet mit Hunderten Strafverfahren wegen der Erstürmung des Kapitols. Bereits mehr als 170 Verdächtige seien identifiziert und 70 von ihnen formell beschuldigt worden, sagte der Staatsanwalt Michael Sherwin am Dienstag in Washington.

Wegen der Ausschreitungen festgenommen wurde am Dienstag auch der 34-jährige Aaron Mostofsky, der der Sohn eines New Yorker Richters ist. Ihm wird unter anderem Diebstahl von Staatseigentum und illegaler Zutritt zu einem öffentlichen Gebäude angelastet.

mes/AFP
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