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SNOWBOARD Korken im Schnee

aus DER SPIEGEL 51/2009

Der Amerikaner Shaun White ist der beste Snowboard-Fahrer in der Halfpipe, sein Landsmann Kevin Pearce die Nummer zwei; bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin holte White die Goldmedaille im Freestyle, und er gewann im Januar die letzten Winter X Games vor Pearce - doch Fans und Fachwelt langweilten sich: Die Fahrer boten nichts Neues, ihre Tricks waren olle Kamellen, null Kreativität, alles schon mal gesehen. In den vergangenen Jahren zeigten die Snowboarder 720-Grad-Drehungen, dann 900 Grad, 1080 Grad, 1260 Grad, alles schön und gut, aber doch nur eine Variante des immer Gleichen. Freestyle-Snowboard galt mal als jung, hip und innovativ. Als einziges Attribut ist »jung« übrig geblieben. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver, die am 12. Februar beginnen, wollen die beiden Stars ihrer Sportart wieder Frische verleihen und Leben einhauchen. Sie probieren sich daher an dem Next Big Thing, an jenem Sprung, der den Freestyle auf ein neues Level heben soll. Es geht um ein Element, das »cork« heißt, Korken: ein diagonaler Sprung, etwa so wie ein Flip im Eiskunstlauf. Shaun White trainiert ihn in Colorado, sein Sponsor hat ihm eine Halfpipe in die Berge bei Silverton gebaut; Pearce übt mit sechs Freunden in Mammoth Mountain, Kalifornien. Bei einem der ersten Versuche im Sommer hat er sich den rechten Fußknöchel gebrochen. Das Fahren in der Halfpipe, sagt Jake Burton, der als Pate des amerikanischen Snowboarding gilt, »wird wieder anspruchsvoller. Und gefährlicher«.

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