Urteil nach Korruptionsprozess Haftstrafe für Ex-Leichtathletikboss Diack

Vertuschte Dopingproben, erpresste Millionen, mafiöse Führungsstrukturen: 16 Jahre war Lamine Diack der korrupte Kopf des Weltleichtathletikverbands. Nun verurteilte ihn ein Pariser Gericht zu vier Jahren Haft.
Lamine Diack auf dem Weg zur Urteilsverkündung

Lamine Diack auf dem Weg zur Urteilsverkündung

Foto: CHARLES PLATIAU / REUTERS

Der ehemalige Leichtathletik-Spitzenfunktionär Lamine Diack ist in einem Korruptionsprozess zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Paris verhängte vier Jahre Haft - zwei davon auf Bewährung, wie die Finanzstaatsanwaltschaft bestätigte. Diacks Anwälte kündigte am Nachmittag an, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen.

Der 87-jährige Senegalese Diack war wegen Betrugs, Korruption, Veruntreuung und Geldwäsche angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte für Diack im Juni eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und eine maximale Geldstrafe von 500.000 Euro gefordert.

In seiner Amtszeit als Leichtathletik-Weltverbandspräsident, von 1999 bis 2015, soll Diack laut Staatsanwaltschaft direkt oder indirekt mehrere Millionen Euro erpresst und im Gegenzug positive Dopingtests vornehmlich russischer Athleten vertuscht haben. Mehrere Athleten konnten dadurch an den Olympischen Spielen 2012 in London teilnehmen und Gold gewinnen. Hierzu hatte Diack im Juni bereits ein Teilgeständnis abgelegt. Auch von der Vergabe der Olympischen Spiele nach Rio 2016 und Tokio 2020 soll Diack finanziell profitiert haben.

cev/dpa/rtr