Leichtathletik-DM Lückenkemper knackt die Elf-Sekunden-Marke

Erstmals seit 2018 hat Gina Lückenkemper die 100 Meter wieder unter elf Sekunden absolviert. Bei den Deutschen Meisterschaften zeigten auch Kristin Pudenz und Bo Kanda Lita Baehre Weltklasseleistungen.
Gina Lückenkemper

Gina Lückenkemper

Foto: Flatemersch / Beautiful Sports / IMAGO

Die Topfavoriten Gina Lückenkemper und Owen Ansah haben sich bei den deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Berlin die Titel über die 100 Meter gesichert. Lückenkemper unterstrich im Olympiastadion ihre Topform und knackte erstmals seit 2018 wieder die Elf-Sekunden-Marke.

Die Vize-Europameisterin gewann in starken 10,99 Sekunden vor Rebekka Haase (11,20) und Yasmin Kwadwo (11,44). Damit blieb sie nur vier Hundertstelsekunden über ihrer persönlichen Bestzeit – Lückenkemper liegt mit ihrer Zeit nun auf Platz drei in Europa. Ansah setzte sich nach einem starken Finish in 10,09 Sekunden gegen Julian Wagner (10,12) und Lucas Ansah-Peprah (10,17) durch.

Persönliche Bestleistung von Pudenz

Ein nahes Gewitter und dunkle Wolken begannen sich gerade zu verziehen, als Deutschlands beste Diskuswerferin Kristin Pudenz ein Glanzlicht im Berliner Olympiastadion setzte. Als es nach gut halbstündiger Wartezeit am Samstagnachmittag bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften weiterging, schleuderte die Olympiazweite die Scheibe auf starke 67,10 Meter – eine persönliche Bestleistung. Bei den Olympischen Spielen in Tokio hatte Pudenz mit 66,78 Metern ihre bis dahin beste Weite geschafft.

Damit bestätigte die 29-Jährige bei ihrem vierten deutschen Titelgewinn erneut, dass sie bei den Weltmeisterschaften in Eugene in den USA in drei Wochen zum überschaubaren Kreis der deutschen Medaillenhoffnungen zählt.

Kristin Pudenz

Kristin Pudenz

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring / IMAGO/Beautiful Sports

»Ich hab schon direkt beim Abwurf gemerkt, dass der Wurf richtig weit geht. Die Bestleistung habe ich nicht erwartet, aber umso schöner ist es, dass er über die 67 Meter geflogen ist«, sagte Pudenz, die auch bei der Heim-EM in München (15. bis 21. August) eine Medaille anpeilt.

In einem hochklassigen Wettbewerb wurde Shanice Craft mit 64,64 Metern Zweite, Lokalmatadorin Julia Harting kam mit 64,34 Metern auf Rang drei. Claudine Vita belegte Rang vier mit 63,36 Metern.

Mittlerweile haben fünf Werferinnen die Norm für die WM überboten, nur drei Athletinnen können in Eugene starten. Das Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) soll voraussichtlich am Freitag nominiert werden.

Bo Kanda Lita Baehre

Bo Kanda Lita Baehre

Foto: IMAGO/Chai von der Laage / IMAGO/Chai v.d. Laage

Auch Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre zeigte eine starke Vorstellung. Der 23-Jährige holte mit persönlicher Bestleistung von 5,90 Metern seinen vierten deutschen Meistertitel. Der WM-Vierte war schon als deutscher Jahresbester zu den Meisterschaften gekommen und ließ Titelverteidiger Oleg Zernikel und Torben Blech, die jeweils 5,70 Meter schafften, keine Chance. Mit seiner Höhe wäre Lita Baehre in Tokio Bronzemedaillengewinner geworden.

»Das war ein Zwischenstopp. Ich will noch ein bisschen Progression, dass es noch mehr nach oben geht. Ich freue mich auf alles, was kommt«, sagte Lita Baehre, der die Norm für die Weltmeisterschaften um zehn Zentimeter überbot.

Heß holt den sechsten Dreisprungtitel in Folge

Im Dreisprung sicherte sich Max Heß zum sechsten Mal seit 2016 den nationalen Titel. Dem ehemaligen Europameister aus Chemnitz genügten dafür international unterdurchschnittliche 16,20 Meter. Die EM-Norm liegt bei 16,95 Metern, die WM-Norm bei 17,10 Metern.

Im Frauen-Sprint verzichtete die letztjährige Doppelmeisterin Alexandra Burghardt nach dem Einlaufen angeschlagen auf einen Start über die 100 Meter. Burghardt hatte im Februar bei den Olympischen Winterspielen Silber im Bob geholt. Bereits zuvor hatten Speerwerfer Johannes Vetter, Langstrecklerin Konstanze Klosterhalfen und Hindernisläuferin Gesa Krause ihre Starts abgesagt.

mfu/sid/dpa
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