Suspendierte Weltmeisterin Salwa Eid Naser "Ich habe drei Dopingtests verpasst. Das ist doch normal"

Salwa Eid Naser droht wegen verpasster Dopingtests das Olympia-Aus. Die Läuferin zeigt sich uneinsichtig - dazu werfen Widersprüche zwischen ihren Aussagen und denen des Managements Fragen auf.
Salwa Eid Naser bei der WM in Doha 2019

Salwa Eid Naser bei der WM in Doha 2019

Foto: CHAI/ imago images/Chai v.d. Laage

Die wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien vorläufig suspendierte 400-m-Weltmeisterin Salwa Eid Naser aus Bahrain hat mit einer verstörenden Verteidigungsrede auf die gegen sie erhobenen Vorwürfe reagiert. "Ich bin niemals eine Betrügerin gewesen und werde es auch niemals sein", sagte die 22-Jährige in einem über die sozialen Netzwerke verbreiteten Video: "Ich habe lediglich drei Dopingtests verpasst, das ist doch normal und kann jedem passieren."

Die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics hatte Naser am Donnerstag vorläufig gesperrt, da diese sich dreimal einem Dopingtest nicht unterzogen hatte. Dies würde nach den Vorgaben der AIU eine Sperre von zwei Jahren nach sich ziehen, die unter Umständen auf ein Jahr verkürzt werden kann. Sollte Naser die Vorwürfe nicht entkräften können, droht ihr damit das Olympia-Aus für Tokio.

Naser wurde in Doha jüngste Weltmeisterin über die Stadionrunde

Alle drei verpassten Tests datieren laut Naser aus dem Jahr 2019 im Vorfeld der WM in Doha, bei der Naser Gold geholt hatte. "Dieses Jahr bin ich noch gar nicht getestet worden", sagte Naser. Laut ihrem Management hingegen habe sie zwei Tests im Vorjahr verpasst und hatte zudem im Frühjahr 2020 bei einem Urlaub in ihrem Geburtsland Nigeria wegen eines verpassten Fluges nicht getestet werden können.

Naser jedenfalls macht sich nun Sorgen um ihren guten Ruf: "Hoffentlich klärt sich alles, denn dieses Image gefällt mir gar nicht. Es ist sehr hart, diesen kleinen Fleck auf meinem Namen zu haben."

Naser war am 3. Oktober 2019 im WM-Finale von Doha mit 48,14 Sekunden die schnellste Stadionrunde weltweit seit 34 Jahren und damit auf Platz drei der "ewigen" Bestenliste gelaufen. Mit 21 Jahren und 133 Tagen war sie zudem die jüngste Sprinterin der Geschichte, die sich den Titel über die Stadionrunde sicherte. Naser lief in Doha außerdem zu Bronze mit der 400-Meter-Staffel. Bei der WM 2017 in London hatte sie im Einzelrennen bereits Silber gewonnen.

ara/dpa/sid
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