Intersexuelle Leichtathletin Semenya darf bei der WM über 5000 Meter starten

Über 800 Meter darf Caster Semenya wegen ihres Testosteronwerts bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft nicht starten. Nun steht sie auf der Startliste über 5000 Meter – obwohl sie sportlich nicht qualifiziert ist.
Caster Semenya

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Fabien Dubessay / AFP

Die südafrikanische Läuferin Caster Semenya steht überraschend auf der 5000-Meter-Startliste der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene im US-Bundesstaat Oregon (15. bis 24. Juli). Der Leichtathletik-Weltverband hatte die überarbeitete Liste veröffentlicht. Semenya, zweimalige Olympiasiegerin über 800 Meter und mittlerweile 31 Jahre alt, hatte mit ihrer Saisonbestzeit von 15:31,50 Minuten die WM-Norm (15:10,00) deutlich verfehlt.

Nach der Absage von bereits qualifizierten Läuferinnen rückte Semenya in der Weltrangliste nach oben und bekam noch einen Startplatz. Die Vorläufe über 5000 Meter der Frauen stehen am 20. Juli auf dem Programm. Ob sie tatsächlich antreten wird, war zunächst nicht bekannt.

»Es gab mehrere Rückzüge von anderen Athletinnen und so gab es die Möglichkeit einer Nachmeldung«, sagte ein Sprecher des südafrikanischen Leichtathletik-Verbands der Nachrichtenagentur Reuters. Neben Semenya stehen mittlerweile 13 Athletinnen auf der offiziellen WM-Startliste über 5000 Meter, die die WM-Norm nicht nachweisen können – darunter auch die Deutsche Sara Benfares (15:22.56).

Semenya kämpft erfolglos gegen Grenzwert

Der Weltverband World Athletics hatte im November 2018 in den Disziplinen zwischen 400 Meter und einer Meile für die Teilnahme-Berechtigung in der Frauenklasse einen Testosteron-Grenzwert eingeführt. Dagegen hatte die dreimalige Weltmeisterin und intersexuelle Leichtathletin erfolglos beim Internationalen Sportgerichtshof Cas und dem Schweizer Bundesgericht geklagt. Im Anschluss hatte sie sich auf die 3000 und die 5000 Meter konzentriert, an alte Erfolge konnte sie jedoch nicht anknüpfen.

Semenya hatte öffentlich zugegeben, einen hohen natürlichen Testosteronspiegel zu haben, lehnte es aber ab, sich den neuen Regeln zu unterwerfen. Sie wollte sich keiner Behandlung unterziehen, um ihren natürlichen Hormonspiegel unter einen bestimmten Schwellenwert zu senken und die 800 Meter laufen zu können.

krä/dpa/rtr
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