Trickfußballerin Lisa Zimouche »Jetzt wollen die Männer, dass ich sie tunnele«

Als sie anfing, Fußball zu spielen, war sie als Mädchen die große Ausnahme. Heute ist Lisa Zimouche, 21, ein Instagram-Star – und lässt selbst Weltfußballer alt aussehen.
DER SPIEGEL

Manchmal stören Lisa Zimouche ihre langen Haare. Doch wenn sie den Ball zwischen ihren Armen entlang balanciert und er dann wieder auf ihrem Fuß landet, schwingt sie gekonnt ihren Zopf darunter hinweg. Zimouche ist Fußball-Freestylerin. »Ich habe die Freiheit, mit dem Ball zu machen, was ich will. Es gibt absolut keine Regeln, keine Grenzen«, erzählt die Französin im Videogespräch mit dem SPIEGEL.

Als Zimouche sah, wie die Fußballlegende Zinédine Zidane 1998 Frankreich erstmals zum WM-Titel schoss, wollte die 21-Jährige eines Tages auch einmal so mit dem Ball umgehen. Doch der klassische Fußball langweilte sie schnell. Sie wollte Tricks lernen, kreativer mit dem Ball umgehen. »Freestyle wird in Vereinen nicht unterrichtet, daher schaute ich mir Videos von den besten Spielern der Welt an und probierte Hunderte von Techniken aus, bis ich es auch so konnte«, sagt Zimouche, die ihre Karriere im Nachwuchsteam von Paris Saint-Germain für das Freestylen mit dem Ball beendete.

Seit 2013 teilt sie ihr Können, als eine der ersten Frauen, in den sozialen Netzwerken. Seitdem folgten ihr allein auf Instagram mehr als zwei Millionen Menschen – darunter auch Weltklasseathleten, wie Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton oder Sprintsuperstar Usain Bolt. Ihre Reichweite nutzt die Ballkünstlerin mittlerweile auch, um Frauen weltweit zum Freestyle und Straßenfußball zu ermutigen. Während der Corona-Pandemie gibt sie Mädchen in digitalen Workshops ihre Tricks weiter. Denn Zimouche, die mit männlichen Spielern aufgewachsen ist, will dadurch mehr weibliche Vorbilder schaffen. Dafür engagiert sie sich auch außerhalb des Sports als Botschafterin für Frauenrechte. »Meine Geschichte ist nichts Besonderes«, sagt Zimouche. »Alle Frauen können das schaffen. Die Zukunft der Frauen ist vielversprechend, aber wir müssen eine Menge Dinge ändern, vor allem die Einstellung der Menschen, um Gleichberechtigung zu schaffen.«