Manchester United in der Premier League Ronaldo trifft nach Tod seines Sohnes – Arsenal-Fans applaudieren

Cristiano Ronaldo hat in seinem ersten Spiel wenige Tage nach dem Tod seines neugeborenen Sohnes für Manchester United ein Tor erzielt – mit seinem Team aber dennoch verloren. Der Klub steckt weiter in der Krise.
Cristiano Ronaldo bejubelt seinen Treffer gegen den FC Arsenal – am Ende verlor Manchester United 1:3

Cristiano Ronaldo bejubelt seinen Treffer gegen den FC Arsenal – am Ende verlor Manchester United 1:3

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Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United mit Teammanager Ralf Rangnick musste einen weiteren Rückschlag in der Premier League im Kampf um einen Champions-League-Platz hinnehmen: Beim FC Arsenal unterlagen die Spieler um Superstar Cristiano Ronaldo 1:3 (1:2). Ronaldo wirkte nach dem Tod seines neugeborenen Sohnes erstmals wieder mit und erzielte einen Treffer.

Nuno Tavares (3.) und Bukayo Saka (32., Foulelfmeter) hatten die Gunners mit 2:0 in Führung gebracht. In der 34. Minute gelang Ronaldo das Anschlusstor für Manchester, das nun bei einem Spiel mehr sechs Punkte hinter Arsenal in der Tabelle zurückliegt (Platz sechs).

United-Profi Bruno Fernandes setzte nach Wiederanpfiff einen Handelfmeter an den Pfosten (57.). Ein weiterer Ronaldo-Treffer (60.) wurde wegen Abseits nach Videobeweis nicht gegeben. Der Ex-Gladbacher Granit Xhaka (70.) machte dann für Arsenal alles klar.

»Klasse Geste der Arsenal-Anhänger«

Ronaldo wurde beim Spiel von den Fans der Gastgeber mit Applaus bedacht. Der 37-Jährige trauert mit seiner Partnerin Georgina Rodríguez um den gemeinsamen Sohn. Die Formulierung in einer Erklärung von Montag ließ darauf schließen, dass dieser eine Zwillingsgeburt nicht überlebt hat. Ronaldo und seine Familie hatten weltweit sehr große Anteilnahme und Unterstützung erlebt.

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Bei der Niederlage am Dienstag beim FC Liverpool (0:4) hatte Ronaldo gefehlt. Dennoch hatten die Liverpool-Fans in der 7. Minute der Partie in Anfield gemeinsam mit United-Anhängern für rund 60 Sekunden applaudiert und die Hymne »You'll Never Walk Alone« gesungen.

Auch die Arsenal-Fans applaudierten in der 7. Minute für Ronaldo. »Klasse Geste der Arsenal-Anhänger, mit Applaus für Cristiano in der siebten Minute«, twitterte Manchester United noch während des Spiels. Die Geste spielt darauf an, dass der Superstar seit Jahren im Verein und in der Nationalmannschaft die Rückennummer 7 trägt.

»Operation am offenen Herzen«

Manchester United konnte nur zwei seiner letzten zehn Pflichtspiele gewinnen. In der Champions League war man im Achtelfinale an Atlético Madrid gescheitert. Am Donnerstag hatte der Klub die Verpflichtung von Erik ten Hag zur kommenden Saison mitgeteilt. Der Trainer von Ajax Amsterdam ersetzt Interimscoach Rangnick.

Der sieht seinen Nachfolger vor schweren Aufgaben: »Man braucht nicht mal eine Brille, um zu sehen und zu analysieren, wo die Probleme liegen«, sagte der 63 Jahre alte frühere Trainer und Sportchef des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig. Es sei nicht ausreichend, kleine Veränderungen umzusetzen. »In der Medizin würde man sagen, dass es eine Operation am offenen Herzen ist. Wenn alle erkennen, dass dies geschehen muss, und zusammenarbeiten, braucht es nicht Jahre zu dauern.«

Rangnick ist seit Anfang Dezember Trainer des englischen Rekordmeisters. Nach Ende seines Vertrags im Juni soll er als Berater für den Verein tätig sein. Ob das so kommt, will er auch von ten Hag abhängig machen. »Möchte er mit jemandem wie mir sprechen, wie eng will er zusammenarbeiten? Das sind die Dinge, über die wir noch nicht gesprochen haben«, sagte Rangnick.

ngo/dpa/sid