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Gestorben Max Mosley, 81

aus DER SPIEGEL 22/2021
Foto:

Carl Court / dpa

Sein Vater, Sir Oswald Mosley, gründete 1932 die British Union of Fascists, seine Mutter, Diana Mitford, gab sich einer exzessiven Verehrung Adolf Hitlers hin. Sohn Max, erzogen in europäischen Eliteinternaten, wurde Anwalt – auffällig war zunächst allenfalls seine Teilnahme an Autorennen. Weil er für eine erfolgreiche Fahrerkarriere nicht schnell genug war, gründete Mosley mit Freunden einen Rennstall, Topfahrer wie Niki Lauda fuhren fürs March-Team. So kam der Brite in den Grand-Prix-Sport, wurde Rechtsberater des Formel-1-Impresarios Bernie Ecclestone und schließlich Präsident des Motorsport-Weltverbands FIA. Ecclestone und Mosley spielten fortan so schamlos Doppelpass, dass Autokonzerne, Kartellbehörden und manche Weggefährten schäumten – aber gegen das geschäftstüchtige Duo wenig ausrichten konnten. Als FIA-Chef sorgte Mosley für deutlich mehr Sicherheit in der Formel 1. Früh warf er den großen Automobilwerken Egoismus und Verschwendungssucht vor, schlug eine Budgetobergrenze für Grand-Prix-Teams vor. Womöglich läutete er mit solcher Kritik das Ende seiner Funktionärslaufbahn ein; er glaubte an ein Komplott: 2008 veröffentlichte »News of the World« Bilder einer Sadomaso-Party, auf denen Mosley und fünf Damen zu sehen waren, angeblich im NS-Look. Hartnäckig kämpfte er juristisch gegen die Fotos und ihre Deutung, zur Wiederwahl trat er nicht mehr an. Max Mosley starb am 23. Mai in London an Krebs.

wei
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