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Metze kam wieder

aus DER SPIEGEL 16/1947

Vor sieben Jahren sagte man von Erich Metze, daß er wohl nie wieder ein Rad besteigen würde. 1940 stürzte der Ex-Weltmeister in der Deutschlandhalle und erlitt einen schweren Schädelbasisbruch. Nun ist er wieder da. Das große Steherrennen in Frankfurt sah den Dortmunder an der Spitze der deutschen Steherklasse. Der alte »Indi« Krewer brachte den Eröffnungspreis sicher an sich.

In Krewers Vertrag stand, daß er nur starten würde, wenn Schorn und dessen Schrittmacher Merkens nicht dabei wären. Ein alter Kulissenkrieg, der verhinderte, daß Merkens - wie geplant - die Führung von Metze übernehmen konnte. Den Profit daraus zog nicht Krewer, sondern der alte Straßenfuchs Kittsteiner, der als Neuling den ersten Lauf des Frühjahrspreises für sich entscheiden konnte. Altmeister Metze endete an vierter Stelle. Im Hauptlauf gab es eine Ueberraschung. Fünf Kilometer nach dem Start waren plötzlich sechs Rennfahrer mit sieben Schrittmachern auf der Bahn. Jupp Merkens löste in einem musterhaften Schrittmacherwechsel Ulrich ab. Erich Metze verlor dabei nicht einen Meter.

Nach diesem Wechsel kam Metze auf Hochtouren. Mit 82 Stundenkilometern drehte er unter dem Jubel der plötzlich aus dem Sonnentraum erwachten Zuschauer die schnellste Runde. Zweimal jagte der Altmeister an Krewer vorbei und zeigte die hohe Schule des Stehersports. Sein Gesamtsieg stand außer Frage. Dem Publikum wurde jedoch noch Gelegenheit geboten, 20 Minuten sonnenzubaden, ehe es die Gewißheit von Metzes Sieg mit nach Hause nehmen konnte

Der »alte« Metze war in Hochform. Auch der Mann am Mikrophon scheint begeistert

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