Motorsport Mick Schumacher ist Formel-2-Meister

Mick Schumacher hat den größten Titel seiner bisherigen Karriere geholt. Für den 21-Jährigen ist die Meisterschaft der passende Abschluss für seine Formel-2-Jahre, bevor er im kommenden Jahr in die Formel 1 wechselt.
Mick Schumacher nach seinem Titelgewinn

Mick Schumacher nach seinem Titelgewinn

Foto: Mark Thompson / Getty Images

Mick Schumacher hat im letzten Rennen vor seinem Wechsel in die Formel 1 den Titel in der Formel 2 gewonnen. Dank eines komfortablen Punktevorsprungs reichte dem Prema-Piloten im letzten Saisonrennen ein 18. Rang, um in der Gesamtwertung vor seinem letzten verbliebenen Konkurrenten Callum Ilott zu bleiben. Den Sieg in Bahrain sicherte sich Jehan Daruvala.

»Ich habe keine Worte. Ich danke euch. Es ist einfach großartig«, funkte Schumacher an seine Box. Im TV-Interview wenig später sagte er: »Es war kein ideales Rennen, aber wir haben genug geleistet in diesem Jahr, um Meister zu werden.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der zweimalige Saisonsieger Schumacher ging mit 14 Punkten Vorsprung auf Ilott in das 24. Rennen der Saison. Nur 17 Punkte waren noch zu gewinnen, Ilott hätte mindestens Zweiter werden und die schnellste Runde fahren müssen, um Schumacher abzufangen.

Schumacher gelang ein exzellenter Start. Nach zwei harten Verbremsern klagte er jedoch früh über Vibrationen in den Reifen. Boxenstopps sind in einem Formel-2-Sprintrennen wegen des großen Zeitverlustes aber eigentlich zu vermeiden. Ab dem ersten Renndrittel wuchs der Druck auf Schumacher jedoch enorm, in der 19. von 34 Runden musste er erst Ilott und dann zwei weitere Rivalen ziehen lassen.

Schumacher kam in die Box, kehrte auf Rang 20 auf die Strecke zurück und musste hoffen, dass Ilott nicht nach ganz vorne fährt oder als Zweiter die beiden Bonuspunkte für die schnellste Rennrunde abgreift. Zumindest Letzteres verhinderte Schumacher: Mit frischen Reifen drehte er die schnellste Runde. Ilott musste also gewinnen, doch auch der Brite fiel in den letzten Runden bis auf Rang elf zurück.

Rosberg, Glock, Hülkenberg, Schumacher

Schumacher ist der vierte deutsche Champion in der Formel 2 nach dem späteren Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg (2005), Timo Glock (2007) und Nico Hülkenberg (2009).

Es ist der passende Abschluss für Schumachers Formel-2-Jahre. Der 21-Jährige wird im kommenden Jahr für das amerikanische Haas-Team als Stammpilot in der Formel 1 an den Start gehen. Acht Jahre nach dem Karriereende von Vater Michael Schumacher erhält Sohn Mick einen Vertrag »für mehrere Jahre«. Sein künftiger Teamkollege, der von seinem wohlhabenden Vater Dimitri geförderte Nikita Mazepin, ist ebenfalls ein Neuling in der höchsten Formel-Klasse.

Schumachers Aufstieg wurde mit Bedacht geplant. Wie schon in der Formel 3, in der er 2018 den Europameister-Titel geholt hatte, kam er auch in der zweithöchsten Kategorie erst im zweiten Jahr in Fahrt. In der Formel 1 wird er nun für ein Team antreten, das eines der langsamsten Autos im Feld stellt. Da sich weder die Regeln noch die Autos im kommenden Jahr gravierend verändern werden, dürften die sportlichen Erfolgsaussichten von Schumacher und Mazepin zunächst gering sein. Teamchef Günther Steiner sieht die Neuzugänge aber als Teil des Neuaufbaus, 2022 will Haas wieder durchstarten.

»Die Aussicht, im kommenden Jahr in der Startaufstellung der Formel 1 zu stehen, macht mich unglaublich glücklich und einfach sprachlos«, hatte Schumacher bei der Verkündung am Mittwoch gesagt. »Diesem Traum habe ich hinterhergejagt, seit ich drei Jahre alt war.«

Fotostrecke

Berühmte Vater-Sohn-Duos in der Formel 1

Foto: imago images/Hoch Zwei II

Mick Schumachers Vater Michael holte insgesamt sieben WM-Titel, gewann 91 Rennen. Seit einem Skiunfall in den französischen Alpen 2013 lebt der mittlerweile 51-Jährige abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Er erholt sich im Kreise seiner Familie am Genfer See.

sak/sid/dpa