Misshandlungen im Turnen »Sie kann in Chemnitz machen, was sie will«

Im Chemnitzer Turnskandal ermittelt die Staatsanwaltschaft, eine erste Athletin will nun Schadensersatz fordern. Die umstrittene Trainerin soll derweil schon wieder in der Halle stehen – trotz Suspendierung.
Trainerin Frehse: Verdacht der Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen

Trainerin Frehse: Verdacht der Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen

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Catalin Soare / dpa

Psychische Gewalt, starke Schmerzmittel, Training unter Tränen. Laut dem Deutschen Turner-Bund (DTB) hat es am Bundesstützpunkt in Chemnitz »schwerwiegende Pflichtverletzungen« gegeben. Der Sportausschuss des Bundestages wird deshalb in seiner Sitzung an diesem Mittwoch die dortigen Strukturen, Zuständigkeiten und Regelwerke hinterfragen. Der Turnskandal beschäftigt inzwischen zudem die Staatsanwaltschaft – und könnte in einem ersten Fall nun auch zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Laut einer medizinischen Stellungnahme soll die Athletin Leonie Papke aus ihrer Zeit in Sachsen irreparable Schäden an der Wirbelsäule davongetragen haben. Die heute 17-jährige Ingolstädterin hatte drei Jahre lang in Chemnitz geturnt, bis Ende 2019 war sie im Nationalkader.

Im Rahmen der Aufnahmeuntersuchung wurde Papke im November 2017 in Chemnitz geröntgt. Dabei wurden bei ihr Wachstumsstörungen mit keilförmigen Wirbelkörperveränderungen entdeckt, ein sogenannter Morbus Scheuermann. »Damals sagte man uns nur, das sei nicht weiter schlimm, viele Turnerinnen hätten das«, sagt Lars Papke, der Vater der ehemaligen Turnerin. »Was wir jedoch nicht wussten, ist, dass man sie in Chemnitz über einen längeren Zeitraum gegen ihre Schmerzen gespritzt hat, damit sie weiter turnen konnte.« Leonie Papke sagt, sie sei davon ausgegangen, dass ihre Eltern darüber informiert gewesen seien.

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