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STABHOCHSPRUNG Mit Helm - oder ohne?

aus DER SPIEGEL 39/2009

Der tödliche Trainingsunfall des amerikanischen Stabhochspringers Leon Roach hat eine Sicherheitsdebatte ausgelöst. Der 19-jährige Collegestudent aus San Diego war neben der Matte gelandet und mit dem Kopf auf den Betonboden aufgeschlagen, im Krankenhaus stellten die Ärzte seinen Hirntod fest. Es war der fünfte Todesfall in den USA in sieben Jahren. Während es in einigen US-Bundesstaaten an Highschools und Colleges eine Helmpflicht für Stabhochspringer gibt, ist diese Maßnahme in Deutschland umstritten. Die 16-jährige Lilli Schnitzerling aus dem westfälischen Detmold ist hierzulande die einzige Helmträgerin in den Nationalkadern. »Ich fühle mich damit sicherer, denn auf unserer Anlage gab es vor langer Zeit auch einen tödlichen Unfall«, sagt sie. Schnitzerling springt mit einem Snowboardhelm, im Frühjahr habe er sie bei einem Sturz im Wettkampf vor »schlimmen Verletzungen« bewahrt. Herbert Czingon, Cheftrainer für die Sprungdisziplinen beim Deutschen Leichtathletik-Verband, ist gegen obligatorischen Kopfschutz. Ein Helm würde dem Springer ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln, zudem könne er sich damit bei der Landung auf den Schultern am Genick verletzen. Unter den besten Stabhochspringern der Welt trägt nur der US-Amerikaner Toby Stevenson, 32, einen Helm - auf dringenden Wunsch seiner Mutter.

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