NFL-Playoffs Zwei Field Goals in letzter Sekunde – Packers und Titans scheitern

Schnee und zweistellige Minusgrade in Green Bay, »Eis in den Adern« des Kickers der Cincinnati Bengals: In den NFL-Playoffs haben zwei späte Field Goals für zwei Überraschungssiege gesorgt.
Arik Armstead von den San Franciso 49ers sackt Green Bays Star-Quarterback Aaron Rodgers

Arik Armstead von den San Franciso 49ers sackt Green Bays Star-Quarterback Aaron Rodgers

Foto: Aaron Gash / dpa

Durch ein Field Goal bei auslaufender Uhr haben die San Francisco 49ers ihr Playoff-Duell mit den favorisierten Green Bay Packers gewonnen und sind nur einen weiteren Sieg vom Einzug in den Super Bowl entfernt.

Der Treffer zum 13:10 machte die einzige Führung der Gäste am Samstagabend (Ortszeit) perfekt und beendete die Saison der Packers um Quarterback-Star Aaron Rodgers, dessen Zukunft nach 17 Jahren in Wisconsin offen ist. So ging auch das Duell des Deutsch-Amerikaners Equanimeous St. Brown gegen den Franken Mark Nzeocha an letzteren, Nzeocha darf mit den 49ers auf seine zweite Super-Bowl-Teilnahme nach der im Februar 2020 hoffen. Nächster Gegner sind am kommenden Wochenende entweder die Los Angeles Rams oder Titelverteidiger Tampa Bay Buccaneers.

»Es war großer Einsatz der Mannschaft, es war großartig«, sagte 49ers-Quarterback Jimmy Garoppolo. »Wenn ein Team heiß läuft, ist es gefährlich. Wir müssen das jetzt am Laufen halten.«

Bei zweistelligen Minusgraden und fast durchgehend Schneefall in der zweiten Halbzeit taten sich beide Mannschaften schwer mit großen Raumgewinnen im Angriff. Die Packers erzielten zwar schon im ersten Anlauf den ersten Touchdown, brachten ansonsten aber erst im letzten Viertel weitere Punkte auf ihre Seite – unter anderem, weil die 49ers einen Field-Goal-Versuch blockten. Der Wendepunkt war dann ein geblockter Punt-Versuch der Packers, den die 49ers zu einem Touchdown veredelten und die Partie zum 10:10 ausglichen.

Auch Bengals-Sieg entscheidet sich Sekunden vor Schluss

Einen in der Geschichte der Franchise bislang einmaligen Erfolg feierten die Cincinnati Bengals: Erstmals gewann das Team aus Ohio in den NFL-Playoffs ein Auswärtsspiel. Auch beim Überraschungssieg gegen die Tennessee Titans brachte ein Field Goal wenige Sekunden vor Schluss die Entscheidung zum 19:16.

Evan McPherson feiert sein spielentscheidendes Field Goal

Evan McPherson feiert sein spielentscheidendes Field Goal

Foto: Mark Zaleski / AP

Im Finale der AFC am kommenden Wochenende trifft das Team um Quarterback Joe Burrow nun erneut auswärts entweder auf die Kansas City Chiefs oder die Buffalo Bills. Zuletzt standen die Bengals 1988 in einem Conference Final.

»Verrückter, verrückter Sieg. Unglaubliches Team. Wir haben am Ende einen Weg gefunden. Wir freuen uns und werden heute Abend feiern. Dann schauen wir morgen das Spiel und sehen, gegen wen wir spielen«, sagte Quarterback Burrow beim TV-Sender CBS. Über Kicker Evan McPherson meinte er. »Eis in seinen Adern. Dieser Typ ist unglaublich.«

Henry-Comeback allein reicht nicht

In der engen und ausgeglichen Partie stand es nahezu das ganze letzte Viertel hindurch 16:16. Die Bengals waren bereits durch drei Field Goals mit einer knappen Drei-Punkte-Führung in die Pause gegangen und bauten sie auf 16:9 aus, ehe die Titans noch im dritten Viertel ausglichen.

Dabei half dem Team auch das Comeback von Runningback Derrick Henry, der erstmals seit seinem Fußbruch am 31. Oktober wieder auf dem Platz stand. Die Titans schienen schließlich in der besseren Position, ehe ein Pass von Quarterback Ryan Tannehill 20 Sekunden vor dem Ende abgefangen wurde und den Bengals die Möglichkeit zum siegbringenden Field Goal gab.

cev/dpa