Chiefs und Mahomes verpassen Super Bowl Abgewürgt

Patrick Mahomes ist ein Quarterback, der Spiele entscheidet. Im NFL-Halbfinale aber nicht zugunsten der Kansas City Chiefs. Auch die 49ers haderten – mit verpassten Chancen und fallen gelassenen Bällen.
Patrick Mahomes überzeugte im NFL-Halbfinale gegen die Cincinnati Bengals nur im ersten Durchgang

Patrick Mahomes überzeugte im NFL-Halbfinale gegen die Cincinnati Bengals nur im ersten Durchgang

Foto:

Paul Sancya / AP

Abgewürgt: Patrick Mahomes spielte im ersten Durchgang des NFL-Halbfinals gegen die Cincinnati Bengals groß auf, drei Touchdowns standen für ihn zu Buche. Doch im zweiten Durchgang brach die Leistung des Superstars der Kansas City Chiefs ein, immer wieder traf er seine frei stehenden Mitspieler nicht. So auch in der Verlängerung, in der Mahomes seine Chiefs mit einem Touchdown in den Super Bowl hätte führen können. Stattdessen warf Mahomes den Ball auf einen gedoppelten Passempfänger und provozierte eine Interception. Nach zwei Super Bowls in Folge begann der Motor der Chiefs zu stottern, Mahomes würgte ihn in der Verlängerung ab.

Die Ergebnisse: Der Ballverlust war die Vorentscheidung, 27:24 (10:21, 24:24) gewannen die Bengals nach Verlängerung. Im Super Bowl in der Nacht auf den 14. Februar treffen sie nun auf die Los Angeles Rams, die sich 20:17 (7:10) gegen die San Francisco 49ers durchsetzten. Lesen Sie die Berichte hier.

»Joe Brrrr«: So wird Bengals-Quarterback Joe Burrow unter anderem genannt, weil er auch in kritischen Situationen eiskalt bleibt. In der zweiten Hälfte gegen die Chiefs schien Burrow wiederholt im Klammergriff eines Verteidigers, rettete sich und vor allem sein Team aber mit geschickten Körperdrehungen oder kleinen Hüpfern. Zu 21 Punkte in Folge führte Burrow die Bengals, nachdem die Chiefs beim Stand von 18:3 im ersten Durchgang schon mit einem Fuß im Super Bowl schienen. Passend dazu verbrachte Burrow die letzten Minuten der regulären Spielzeit nicht wie sonst auf der Ersatzbank zwischen seinen Mitspielern, sondern auf einer Kühlbox neben der Seitenlinie.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Gut Kick: Am Ende war es aber Evan McPherson, der für die Überraschung sorgte. Der Kicker der Bengals ist allein schon deswegen besonders, weil er vor der Saison gedraftet wurde. Eigentlich werden Kicker in der NFL nicht derart prioritär behandelt, sondern später aus der Free Agency verpflichtet. Für Rookie McPherson war es nun bereits das zweite entscheidende Field Goal in Folge, bereits gegen die Tennessee Titans verwandelte er, um das Spiel zu beenden. Unmittelbar vor seinem Schuss ins Halbfinale hatte er zu seinen Mitspielern gesagt: »Sieht so aus, als würden wir ins Championship Game einziehen«, dafür war er in den sozialen Netzwerken gefeiert worden. Und nun also der Super Bowl.

Glücksspiel: Die Verlängerungsregel in der NFL sorgt immer wieder für Kritik, wer den Münzwurf gewinnt, beendet mit einem Touchdown das Spiel, ohne dass das gegnerische Team überhaupt in Ballbesitz kommt. Unfair, sagen viele. Besonders nach dem Chiefs-Sieg gegen die Buffalo Bills in der vergangenen Woche, als eigentlich jeder Spielzug beider Teams in einem Touchdown endete. Bereits da hatten die Chiefs den Münzwurf gewonnen, weil Bills-Quarterback Josh Allen auf Zahl tippte. Zahl kam nun beim Münzwurf gegen die Bengals, was beim mutmaßlich auf dem Sofa sitzenden Allen eine Wunde aufriss. Der Unterschied: Dieses Mal konnten die Chiefs ihren Vorteil nicht nutzen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Immerhin nicht die 49ers: In zwei Super Bowls spielten die Bengals bisher in der Franchise-Geschichte, in den Jahren 1981 und 1988. Weil sie beide gegen die San Francisco 49ers verloren, dürfte das Ergebnis des zweiten Halbfinals die Titelhoffnung nicht gerade gedämpft haben. Wirklich einfacher wird es aber nicht: Die Rams haben eines der individuell stärksten Teams der Liga, der Kader ist darauf ausgelegt, jetzt zu gewinnen, nicht erst in den kommenden Jahren. Zumal der Super Bowl in diesem Jahr im heimischen Stadion stattfindet. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte steht ein Heimteam im NFL-Finale, das erste Mal schafften es im vergangenen Jahr die Tampa Bay Buccaneers.

Fallen gelassen: In Los Angeles sah es aber lange nach einem Sieg der 49ers aus. Bis ins letzte Viertel führten sie mit zehn Punkten, nach einem schnellen Touchdown der Rams durch Superstar-Passempfänger Cooper Kupp noch mit drei. Wenige Minuten später feuerte Rams-Quarterback Matthew Stafford den Ball fast schon übermotiviert in die gegnerische Hälfte, direkt auf Verteidiger Jaquiski Tartt. Hätte er den Ball abgefangen, hätten die 49ers das Spiel möglicherweise nach Hause laufen können. Die Rams hatten keine Auszeiten mehr. Doch Tartt ließ den Ball durch die Hände rutschen. Ein katastrophaler Fehler in der wohl wichtigsten Spielphase der Saison. Erst dadurch konnten die Rams das Field Goal zum Sieg erzielen.