US-Profiliga Schwarzer Footballtrainer verklagt NFL wegen Diskriminierung

»Wie eine Plantage verwaltet«: Der jüngst gefeuerte Footballcoach Brian Flores erhebt schwere Rassismusvorwürfe gegen die Liga NFL und einzelne Teams – und fordert Schadensersatz.
Brian Flores als Trainer der Miami Dolphins (im Dezember 2021)

Brian Flores als Trainer der Miami Dolphins (im Dezember 2021)

Foto: Tyler Kaufman / AP

Der erst vor Kurzem entlassene Footballtrainer Brian Flores hat die NFL und drei seiner ehemaligen Teams wegen Rassismus auf Schadensersatz verklagt. Das berichteten US-Medien am Dienstag unter Berufung auf eine Stellungnahme von Flores Anwälten und der in einem Gericht in New York eingereichten Klage.

Flores richtet seine Forderungen gegen die National Football League und gegen die New York Giants, die Denver Broncos und sein bisher letztes Team, die Miami Dolphins. Dort wurde er im Januar nach drei Jahren entlassen.

Er beschuldigt die Liga und die Teams, er sowie andere Schwarze seien bei der Besetzung von Trainerstellen diskriminiert worden. »In gewisser Weise ist die NFL nach Rassen getrennt und wird wie eine Plantage verwaltet«, heißt es in der Klage.

Flores sagte, er sei sich bewusst, dass er durch die Klage womöglich nie mehr als Trainer in der NFL arbeiten werde. Er hoffe aber, dass sich ihm andere Leute anschließen, um das Leben zukünftiger Generationen einfacher zu machen.

Liga und Teams fühlen sich zu Unrecht beschuldigt

Die NFL wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Vielfalt sei der Kern von allem, was die Liga tue, hieß es. Auch die genannten Mannschaften wehren sich gegen die Anschuldigungen.

Mike Tomlin von den Pittsburgh Steelers ist derzeit der einzige schwarze Cheftrainer in der NFL. Die Teams sind dazu verpflichtet, bei offenen Cheftrainer-Stellen mindestens zwei Kandidaten zu interviewen, die einer gesellschaftlichen Minderheit angehören.

Flores hatte den Angaben zufolge einen Termin für die Stelle bei den New York Giants, die sich aber schon vor dem Treffen für Brian Daboll entschieden. Das ausführliche Bewerbungsgespräch sei demnach nur angesetzt worden, um die Anforderungen der Liga zu erfüllen. Flores erklärte, er habe durch eine falsch adressierte Textnachricht eines anderen Trainers schon im Vorfeld erfahren, dass er keine Chance auf den Job hatte.

jok/dpa