Beachvolleyball in Katar Deutscher Verband stärkt Borger und Sude für Boykott den Rücken

»Wir haben Respekt vor der Entscheidung«: Karla Borger und Julia Sude erklären wegen Kleidervorschriften ihren Verzicht auf ein Turnier in Katar. Beim deutschen Verband kann man den Schritt nachvollziehen.
Karla Borger und Julia Sude

Karla Borger und Julia Sude

Foto:

Naoki Morita / AFLOSPORT / imago images

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) stärkt seinen Spielerinnen Karla Borger und Julia Sude beim Verzicht auf das Beachvolleyball-World-Tour-Event in Katar im März den Rücken. »Wir haben Respekt vor der Entscheidung von Karla und Julia und können diese absolut nachvollziehen«, sagte ein Sprecher am Samstag dem SPIEGEL.

Borger und Sude, aktuell in der Weltrangliste auf Platz 16 Deutschlands bestes Team, hatten zuvor im SPIEGEL erklärt, nicht an dem Turnier teilnehmen zu wollen. Die katarischen Behörden hatten für die Wettkämpfe Kleidervorschriften festgelegt, die Spielerinnen sollen in Shirts und knielangen Hosen starten. »Wir wollen das nicht mittragen«, sagten Borger und Sude dem SPIEGEL.

Der Volleyball-Weltverband hat in diesem Jahr erstmals ein Turnier in Katar auch für Frauen in den Kalender aufgenommen. Der Schritt wurde vom DVV grundsätzlich auch begrüßt. »Bisher waren die Turniere dort leider immer nur Männern vorbehalten, daher betrachten wir die Ausrichtung aber auch als wichtigen Schritt«, sagte ein DVV-Sprecher. »Jetzt gilt es, dass diese Annäherung in einem gemeinsamen Austausch weiter vertieft wird.« Das Männerturnier fand in der Vergangenheit bereits sieben Mal statt.

Borger und Sude kritisierten die aktuellen Regeln für die Frauen im SPIEGEL unter unterschiedlichen Gesichtspunkten. »Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können«, sagte Sude. Beachvolleyball sei »verdammt anstrengend«, sagte Borger: »Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze nur am Triefen.«

Für die Olympia-Qualifikation sind Borger und Sude nicht mehr auf das Turnier angewiesen gewesen. Vier andere deutsche Teams sind derzeit für die Veranstaltung in Katar gemeldet.

ara
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.