Tests mit Trockenblut Wada erprobt neue Dopingtests bei Olympischen Spielen in Tokio

Tests mit getrockneten Blutflecken statt Flüssigblut sollen den Kampf gegen Doping revolutionieren. Bei den Olympischen Spielen in Tokio sollen sie nun erstmals eingesetzt werden – und schon bald darauf weltweit.
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Christinne Muschi / REUTERS

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) will bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) zum ersten Mal Trockenblut-Dopingtests (dried-blood-spot testing) erproben. Dies teilte Wada-Präsident Witold Banka nach einer virtuellen Sitzung des Vorstands und des Exekutivkomitees der Wada am Freitag mit.

Der Test mit getrockneten Blutflecken – bei dem kleine Proben aus einem Fingerstich entnommen und auf eine saugfähige Karte getupft werden – könnte eine neue Ära in der Antidopingbekämpfung einläuten, die es schließlich ermögliche, mehr Athleten gezielt zu testen und mehr Tests durchzuführen, erklärte Banka. »Die Wada glaubt an das Potenzial der Trockenblutspot-Analyse. Sie kann eine sehr wertvolle Ergänzung des Testprogramms werden«, sagte er.

In Anbetracht der logistischen und finanziellen Vorteile werde dies den Testbehörden zudem erlauben, »mehr Athleten zu testen und mehr Proben zu sammeln«, sagte Banka. Es sei ein »großer Schritt nach vorn« für die Antidopingbewegung, so der Pole.

Ab Peking 2022 soll der Einsatz Routine sein

Die Wada erklärte zudem, dass der Test mit getrockneten Blutspots eine bessere Analyse von instabilen Verbindungen erlaube und es einfacher mache, Athleten in abgelegenen Gebieten auf der ganzen Welt zu testen, wo flüssige Blutproben oft schwer zu transportieren seien.

Olivier Rabin, wissenschaftlicher Leiter der Wada, betonte zudem, dass getrocknete Blutspotproben auch billiger zu sammeln seien. »Wenn wir derzeit Blutproben transportieren, transportieren wir sie in Fläschchen. Diesmal transportieren wir nur ein Stück Papier«, so Rabin.

Die Wada will das Verfahren zukünftig weltweit bei Dopingkontrollen einsetzen. Bestimmte Elemente der Methode werden nun also bei den Olympischen Spielen in Tokio getestet, bevor sie bei den Winterspielen 2022 in Peking »routinemäßig eingesetzt« werden, kündigte Rabin an.

ara/sid/dpa
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