Offener Brief an Präsident Bach "Es ist an der Zeit, dass das IOC sich zur Wahrung der Menschenrechte verpflichtet"

In einem offenen Brief fordern zahlreiche Athletenvertretungen das IOC auf, sich schriftlich zur Achtung der Menschenrechte zu bekennen. Dies wäre ein erster Schritt, "das Vertrauen der Sportler zurückzugewinnen".

Athletenvertretungen richten sich in einem offenen Brief an IOC-Präsident Thomas Bach
Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Athletenvertretungen richten sich in einem offenen Brief an IOC-Präsident Thomas Bach


Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt, fahrlässiger Umgang mit der Gesundheit der Athleten: Sportlerinnen und Sportler haben genug davon, dass ihre grundlegenden Rechte im internationalen Sportgeschäft immer wieder in den Hintergrund geraten.

"Es ist an der Zeit, dass das IOC sich formal zur Wahrung der Menschenrechte verpflichtet. Das wäre nicht nur ein starkes Signal an die Athlet*innen - sondern auch an alle anderen Gruppen, deren Rechte im Umfeld und bei der Organisation der Spiele eingeschränkt werden," wird Ruderer Jonathan Koch, Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland, in einem offenen Brief an Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zitiert.

Der Brief ist eine gemeinsame Initiative von Athletenvertretungen aus den USA, Kanada, Neuseeland und Deutschland sowie dem globalen Kollektiv Global Athlete. Sie schlagen eine Ergänzung der Olympischen Charta durch ein weiteres grundlegendes Prinzip des Olympismus vor. Dieses sollte lauten: "Die Olympische Bewegung verpflichtet sich zur Achtung aller international anerkannten Menschenrechte und setzt sich zur Förderung des Schutzes dieser Rechte ein."

Das IOC verfüge über großen Einfluss im internationalen Sport, heißt es in dem Brief weiter. "Wir sind überzeugt, dass ein deutliches, formales Bekenntnis zur Wahrung der Menschenrechte, gepaart mit der Verpflichtung, sich für deren Schutz einzusetzen, einen echten Kulturwandel herbeiführen kann", wird Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, zitiert. Nur wenn Athleten "als stärkste Botschafter der Olympischen Bewegung" dem IOC vertrauen könnten, ließe sich die verbindende Kraft der Olympischen Spiele erhalten. Die Ergänzung der Charta wäre ein erster Schritt, "ihr Vertrauen zurückzugewinnen".

sak

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
ayee 16.10.2019
1. Werden die Athleten gezwungen?
Werden die Athleten etwa gezwungen, an solchen Wettkämpfen teilzunehmen? Nein? Wird schwer, dann mit Menschenrechten zu argumentieren. Gezwungen werden nur alle Gebührenzahler, diesen ganzen Murks mitzufinanzieren. Das ist der eigentliche Skandal.
checkitoutple 16.10.2019
2. @ ayee Denke schon das einige Athleten gewungen werden!
.Da gibt es Länder wo sich ein Talent unter kompletter Kontrolle der Funktionäre befindet und dann Abstufungen Kaum ein Athlet ist vollkommen frei.. Da gibt es Rgieme wie Nordkorea wo Menschen gezwungen werden selbst Sportarten auszuüben welhe sie gar nicht mehr Ausüben wollen oder können. Es gibt einige Sportinvaliden deren Körper fast komplett zerstährt ist, oder die inzwischen an den Folgen des Dopings und Unmenschlicher Trainingsmethoden gestorben sind. Oder man erinnere sichan die Prügelstrafe für die Südkoreanischen Fussballspieler bei der WM dort. Oder man kann auch an College Spieler Sportler in den USA denken, die haben wenn sie den Anweisungen der Trainer nicht folgen dann kein Stipendium mehr und können dann ihr Studium beenden.Oder auch Läufer welche vom College aus an Sportveranstaltungenteilnehmenmüsse, wenn die LEistung nicht stimmt ist das Stipendiumfutsch macht dann oftmal 60000 bis 120000 Dollar. We sieht es ei einem Systematisch dopenden Radteam aus? Der Sportler der den Anweisungen eines Doping Trainers nicht folgt wird sicher nicht lange im Team sein. Und und und. Man sollte dabei auch bedenken das viele der Aktiven je nach Sportart ziemlich Jung sind Kunstturnen Frauen oder Eiskunstlauf mit 13 14 Jahren. Da kannman sich nicht so leist gegen die Funktionäre und Trainer wehren. Oder jetzt die Natinalspieler derTürkei nicht nur im Fussball da werden einge Anweisung vom Verband erhalten, oder der Staat fördert den Verband eben nicht mehr. Die großen Stars sind unabhängig und können sich dann wehren,wenn mit der Sortart Geld verdient wird. Die anderen haben da weniger Möglichkeiten.
zeisig 16.10.2019
3. Absurd.
Zitat von ayeeWerden die Athleten etwa gezwungen, an solchen Wettkämpfen teilzunehmen? Nein? Wird schwer, dann mit Menschenrechten zu argumentieren. Gezwungen werden nur alle Gebührenzahler, diesen ganzen Murks mitzufinanzieren. Das ist der eigentliche Skandal.
Entschuldigung, aber dies ist ein unqualifizierter Beitrag zu diesem Thema. Die Sportler wolllen ihren Beruf ausüben, da ist es absurd mit dem Argument zu kommen, niemand werde gezwungen, an den Wettkämpfen teilzunehmen.
fortelkas 16.10.2019
4. Ein solcher Appell ist sinnlos,
....es wird sich beim IOC kein Aktendeckel heben, denn diese "sportlichen" Großereignisse sind zu einer gewaltigen Gelddruckmaschine verkommen, und es sind "Spritzenspiele", da gibt es doch gar keinen Zweifel. Der Appell ist zudem heuchlerisch, denn die Verbände wissen das. Ähnliches gilt für die nächste Fußballweltmeisterschaft. Mir ist z.B. kein Apell des DfB bekannt, der sich gegen die Sklavenarbeit auf den Baustellen in Katar wendet und dort die Menschenrechte mit Entschiedenheit einfordert. Diese und andere Großereignisse haben sich überlebt, Geld regiert diese Welt schon lange. Die einzige Konsequenz wäre der Boykott, aber ich weiß: Das ist Utopie oder vielleicht in Zukunft doch nicht? Viele Zuschauer und Athleten, so habe ich den Eindruck, werden kritischer. Erwin Fortelka
freiheitimherzen 16.10.2019
5. Skandal?
Zitat von ayeeWerden die Athleten etwa gezwungen, an solchen Wettkämpfen teilzunehmen? Nein? Wird schwer, dann mit Menschenrechten zu argumentieren. Gezwungen werden nur alle Gebührenzahler, diesen ganzen Murks mitzufinanzieren. Das ist der eigentliche Skandal.
Dünne Argumentation. Für Athleten gibt es kaum eine Alternative sich international zu messen. Insofern hat das IOC schon eine Monopolstellung. Und Monopolisten müssen anders behandelt werden. Andererseits die Gebührenzahler: Sie finanzieren so viel Murks, da kommt es auf Olympia auch nicht mehr an. Konsequent wäre es diese Großveranstaltungen insgesamt zu meiden - inkl. Fernseher! Man hat mehr vom Leben - frau auch. ;-)
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