Paralympics in Peking Forster holt erste deutsche Medaille – Silber in der Abfahrt

Die Temperaturen waren eisig, der Wind blies böig, und der Lauf gelang nicht optimal. Doch Anna-Lena Forster holte bei der Abfahrt im Monoski Silber – und die erste deutsche Medaille bei den Paralympics.
Monoskifahrerin Anna-Lena Forster

Monoskifahrerin Anna-Lena Forster

Foto: SIMON BRUTY / AFP

Fahnenträgerin Anna-Lena Forster hat bei den Paralympics in Peking die erste deutsche Medaille gewonnen. Die Monoskifahrerin kam in der Abfahrt der sitzenden Klasse mit 0,82 Sekunden Rückstand auf ihre japanische Hauptkonkurrentin Momoka Muraoka auf Rang zwei und holte ihre insgesamt sechste Medaille bei den Winterspielen. Bei ihrer dritten Teilnahme gewann sie damit in ihrer vermeintlich schwächsten Disziplin erstmals Edelmetall, bislang kam sie in der Abfahrt nicht über Platz vier hinaus.

»Ich freue mich riesig. Ich bin super erleichtert, dass ich eine Medaille mitnehmen kann. Das ist ein guter Anfang«, sagte die 26-Jährige dem Sport Informations-Dienst. Forster zeigte trotz böigem Wind und eisiger Temperaturen am Berg Xiaohaituo in Yangqing nur 14 Stunden nach dem Einlaufen bei der Eröffnungsfeier einen ordentlichen, aber keinen fehlerfreien Lauf. Deshalb reichte es anders als bei der WM im Januar nicht ganz für Platz eins.

»Die Chance auf Gold war da, ganz klar. Ich habe heute leider nicht ganz die Performance abrufen können, wie ich eigentlich fahren kann«, sagte Forster selbstkritisch. Schon am Sonntag geht es für die Radolfzellerin mit dem Super-G weiter, insgesamt bleiben ihr noch vier weitere Chancen. »Vielleicht kommt ja noch mehr«, so Forster optimistisch.

Andrea Rothfuss verpasste ihr 14. Edelmetall bei Paralympics nur ganz knapp. Die 33-Jährige kam in der stehenden Klasse nach einer starken Fahrt auf Rang vier, zu einer überraschenden Bronzemedaille fehlten nur 51 Hundertstel. Noemi Ristau fuhr bei den Sehbehinderten mit Guide Paula Brenzel nach starkem Beginn an einem Tor vorbei. Der einzige männliche deutsche Starter Leander Kress stürzte kurz nach dem Start im Steilhang, blieb aber unverletzt.

Überschattet werden die Paralympics noch immer von der Sportpolitik: Am Donnerstag hatte das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bekannt gegeben, dass Athleten aus Russland und aus Belarus nicht starten dürfen wegen des Kriegs in der Ukraine. Es revidierte damit eine Entscheidung am Vortag. Zahlreiche Teams hatten mit einem Boykott der Spiele gedroht. Insgesamt sind 83 Athleten und Athletinnen vom Ausschluss betroffen.

oka/sid