Schwere Stürze überschatten BMX-Rennen bei Olympia Mit dem Kopf voran auf den Boden

Connor Fields gehört zu den Stars der BMX-Szene. Bei der Olympia-Premiere in Tokio wollte der Amerikaner eine Medaille gewinnen. Aber im Halbfinale stürzte er schwer. Es sollte nicht der einzige Fall bleiben.
Connor Fields (r.) kam in seinem Halbfinale zu Fall

Connor Fields (r.) kam in seinem Halbfinale zu Fall

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MATTHEW CHILDS / REUTERS

Zwei schwere Stürze haben die Race-Wettbewerbe der neu ins Olympia-Programm aufgenommenen BMX-Konkurrenz überschattet. In den Halbfinal-Läufen am Freitag stürzten Rio-Olympiasieger Connor Fields aus den USA und die Australierin Saya Sakakibara schwer, beide mussten zunächst auf der Strecke behandelt werden und wurden mit einer Trage abtransportiert.

Vor allem der Sturz von Fields, der ein Topstar der BMX-Szene ist, sah dramatisch aus. Er verlor in seinem dritten Halbfinal-Lauf im Ariake Urban Sports Park erstaunlich früh die Kontrolle und knallte mit dem Kopf voran auf den Boden. Der Franzose Sylvain André und Twan van Gendt aus den Niederlanden konnten nicht mehr ausweichen und krachten in Fields hinein. Stürze sind bei BMX-Rennen an der Tagesordnung, normalerweise kollidieren die Fahrerinnen und Fahrer aber frühestens nach der erste Steilkurve, wenn die Spuren gewechselt und ohne Blick nach hinten Wege versperrt werden.

Mittlerweile konnte das US-Team bezüglich Fields' Gesundheitszustand leichte Entwarnung geben. »Wir können bestätigen, dass Connor Fields wach ist und auf weitere medizinische Untersuchungen wartet. Wir werden weitere Updates veröffentlichen, sobald sie verfügbar sind«, wird der Team-Arzt auf der offiziellen Olympia-Webseite zitiert.

60 Kilometer pro Stunde, 40 Sekunden

In BMX-Rennen treten acht Athletinnen oder Athleten gegeneinander an. Dabei werden Geschwindigkeiten bis 60 Kilometer pro Stunde erreicht. Der Kurs ist von vielen Wellen, weiten Sprüngen und Steilkurven geprägt. Wegen der geringen Übersetzung muss das Tempo früh erreicht werden, in den schwierigen Passagen wird kaum getrampelt. Nach knapp 40 Sekunden ist ein Rennen vorbei.

Auch bei den Frauen wurde die Medaillen-Entscheidung von einem schweren Unfall begleitet. Sakakibara war im Halbfinale schwer gestürzt und wurde im Anschluss ebenfalls mit der Trage abtransportiert. Zunächst habe die 21-Jährige Anzeichen einer »leichten Gehirnerschütterung« aufgewiesen, nach 30 Minuten habe sie sich aber »vollständig erholt«, twitterte das australische Team.

Die Goldmedaillen gingen an Bethany Shriever aus Großbritannien, bei den Männern gewann in Abwesenheit von Fields der Niederländer Niek Kimmann, der vor einigen Tagen beim Training heftig mit einem Streckenposten kollidiert war. An den kommenden beiden Tagen werden die Freestyle-Wettbewerbe ausgetragen, dann stehen Tricks und Sprünge im Vordergrund.

krä/sid/dpa
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