Olympische Spiele Wellbrock holt Gold im Freiwasserschwimmen

Es ist die erste Goldmedaille für den Deutschen Schwimm-Verband seit 13 Jahren: Florian Wellbrock setzte sich in der Freiwasserdistanz über 10.000 Meter bereits kurz nach dem Start an die Spitze – und dominierte bis zum Schluss.
Florian Wellbrock

Florian Wellbrock

Foto: Oliver Weiken / dpa

Vier Tage nach Bronze im Becken hat Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock im Freiwasser Olympia-Gold gewonnen. Im Zehn-Kilometer-Rennen in der Bucht von Tokio schlug der 23-Jährige mit deutlichem Vorsprung vor dem ungarischen Fünf-Kilometer-Weltmeister Kristóf Rasovszky und dem italienischen Europameister Gregorio Paltrinieri an.

Wellbrock setzte gleich nach dem Start bei schon 29,2 Grad Wassertemperatur in den frühen Morgenstunden im Odaiba Marine Park ein Zeichen. Er machte in seinem ersten olympischen Freiwasserrennen sofort Druck und erarbeitete sich schnell einen Vorsprung auf das Feld.

Wellbrock kontrollierte das Feld

Als Erster machte sich der Franzose Marc-Antoine Olivier, Olympia-Dritter von 2016 und Vizeweltmeister, an die Verfolgung von Wellbrock und ließ dafür auch die erste Verpflegungsstation aus. Bald hatte er zum Führenden aufgeschlossen, Rasovszky folgte. Doch der Magdeburger verschärfte immer wieder das Tempo, wenngleich die Gruppe der direkten Verfolger größer wurde. Aber Wellbrock legte weiter zu – er war an diesem Tag einfach zu stark für die Konkurrenz und siegte mit großem Vorsprung.

»Das ist mein persönliches Sommermärchen«, sagte Wellbrock anschließend im ZDF: »Das Ziel war eine Medaille, auf Gold hatte ich nicht spekuliert. Vielleicht habe ich den kleinen Dämpfer über 800 Meter gebraucht, um heute so stark zurückzukommen.« In seinem ersten Beckenwettbewerb hatte er bis 50 Meter vor dem Ziel geführt, als Vierter aber das Podium verpasst.

Rob Muffels, WM-Dritter von 2019, fiel schon früh entscheidend zurück und hatte mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun.

Dritte Medaille für den DSV in Tokio

Für die deutschen Schwimmer war es nach Bronze für Wellbrock und Sarah Köhler im Becken über 1500 Meter Freistil die dritte Medaille von Tokio. Erfolgreicher waren die Schwimmer zuletzt 2008 in Peking, als sich Britta Steffen zur Doppel-Olympiasiegerin krönte und Rekordweltmeister Thomas Lurz Bronze im Freiwasser gewann. Damals gab es insgesamt fünf Medaillen für den DSV.

Der letzte Olympiasieg eines deutschen Mannes bei den Schwimmwettbewerben liegt noch länger zurück: 1988 holten Michael Groß und Uwe Daßler Gold in Seoul.

mfu/sid/dpa
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