Olympia Italien verabschiedet Dekret, um IOC-Sanktionen zu verhindern

Das IOC drohte Italien mit Sanktionen, weil es die Unabhängigkeit des nationalen Komitees gefährdet sah. Sogar ein Entzug von Fahne und Hymne war im Gespräch. Nun reagierte die Regierung – wohl im letzten Moment.
IOC-Präsident Thomas Bach drohte Italien mit dem Entzug von Fahne und Hymne

IOC-Präsident Thomas Bach drohte Italien mit dem Entzug von Fahne und Hymne

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Andrew Medichini/ AP/dpa

Im Streit um staatliche Einflussnahme auf Sportinstitutionen hat die italienische Regierung ein Dekret verabschiedet. Dadurch sollen Änderungen in der Personalplanung umgesetzt werden, die dem Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni) wieder mehr Autonomie zusichern, wie die Regierung mitteilte.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte den Italienern mit dem Entzug von Hymne und Flagge bei den Olympischen Spielen in Tokio gedroht. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung in Italien. Mit der Gründung der Verwaltungseinheit Sport e Salute (Sport und Gesundheit) hatte die Mitte-rechts-Regierung im Jahr 2018 einen Konkurrenten für das Coni geschaffen.

Der Verwaltungseinheit wurden Aufgaben von Coni übertragen. Das Ziel der italienischen Regierung war, die Geldflüsse an den organisierten Sport besser kontrollieren zu können. Aus Sicht des IOC war der Verband dadurch jedoch nicht mehr unabhängig genug von staatlicher Kontrolle. Für diesen Mittwoch kündigte das IOC an, bei der Exekutivsitzung über die Situation des nationalen Komitees zu sprechen.

Coni-Präsident Giovanni Malagò drängte am Montagabend bei einer Parlamentssitzung auf eine Lösung. Malagò warnte eindringlich vor möglichen Sanktionen bei den Sommerspielen in Tokio. Dem Dekret zufolge sollen nun unter anderem Mitarbeiter der »Sport e Salute« wieder zu Coni wechseln. Das IOC teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass das Dekret bei der Sitzung berücksichtigt werde.

hba/dpa/sid
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