Eklat um belarussische Sprinterin bei Olympia Timanowskaja erhält Visum für Polen – ihr Mann flüchtet in die Ukraine

Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja sollte gegen ihren Willen von den Olympischen Spielen abreisen. Nun hat sie Asyl in Polen beantragt. Ihr Mann ist derweil aus Belarus geflohen.
Kristina Timanowskaja während ihres Laufs über 100 Meter bei den Olympischen Spielen in Tokio

Kristina Timanowskaja während ihres Laufs über 100 Meter bei den Olympischen Spielen in Tokio

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Petr David Josek / dpa

Die belarussische Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja hat in der polnischen Botschaft in Tokio ein humanitäres Visum erhalten. Die Sportlerin, die nach Einschätzung der Opposition von den autoritären Behörden ihres Landes aus Japan entführt werden sollte, hatte sich dazu am Montag in Polens Vertretung in Tokio eingefunden. »Polen wird alles Nötige tun, um ihr bei der Fortsetzung ihrer sportlichen Karriere zu helfen«, schrieb Vize-Außenminister Marcin Przydacz am Montag bei Twitter.

Timanowskajas Mann ist offenbar in die Ukraine geflüchtet. Mehrere Nachrichtenagenturen beziehen sich dabei auf Aussagen von Timanowskajas Mann Arseni Zdanewitsch. Er sagte weiter, dass er hoffe, seiner Frau »in naher Zukunft« nach Polen zu folgen.

Die Sprinterin Timanowskaja sollte offenbar am Sonntagabend gegen ihren Willen von den Olympischen Spielen in Tokio vorzeitig nach Hause geflogen werden, nachdem sie öffentlich Sportfunktionäre ihres Landes kritisiert hatte. Die 24-Jährige gab an, von Vertretern des Nationalteams zum Flughafen gebracht worden zu sein. Dort suchte sie dann Schutz bei der Polizei, um nicht in den Flieger steigen zu müssen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte zuletzt, die Sportlerin sei »in der Obhut der Behörden« und habe die Nacht in einem Hotel am Flughafen verbracht. Zudem habe sich das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in den Fall eingeschaltet.

Timanowskaja, die am Montag im 200-Meter-Lauf antreten sollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie nicht vorhabe, in ihr Land zurückzukehren. Das belarussische NOK erklärte öffentlich, dass Timanowskaja »aufgrund ihres emotionalen und psychologischen Zustands« nicht mehr an den Spielen teilnehmen könne.

svs/Reuters/sid
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