Olympia-Speerwerferin Andrejczyk versteigert Silbermedaille für lebensrettende Operation

2018 wurde bei ihr Knochenkrebs erkannt, dann veredelte die Polin Maria Andrejczyk ihr Comeback mit Silber bei Olympia. Jetzt versteigerte sie ihre Medaille – für einen kranken Säugling aus ihrer Heimat.
Maria Andrejczyk bei Olympia

Maria Andrejczyk bei Olympia

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Cameron Spencer / Getty Images

64,61 Meter flog der Speer von Maria Andrejczyk im Olympiastadion von Tokio. Es war nicht ihre Bestweite, die 25-Jährige warf schon einmal an anderer Stelle 71,40 Meter. Aber jene 64,61 Meter hatten in Tokio trotzdem gereicht, um erstmals eine Medaille bei Olympischen Sommerspielen zu gewinnen. Andrejczyk holte Silber bei Olympia in Tokio.

Das ist die sportliche Vorgeschichte, und die Polin hat diesen Erfolg nun genutzt, um damit noch mehr zu erreichen. Die 25-Jährige kehrte aus Tokio zurück und beschloss, ihre Silbermedaille für einen guten Zweck zu versteigern.

Auf Facebook schrieb sie, sie sei über die Geschichte eines acht Monate alten Jungen aus Polen gestolpert, der im Stanford-Krankenhaus in den USA am Herzen operiert werden muss. »Ich brauchte nicht zu lange, um mich zu entscheiden, es war die erste Spendenaktion, an der ich teilnahm, und ich wusste, dass es die richtige war«, schrieb Andrejczyk.

Silber für Maria Andrejczyk

Silber für Maria Andrejczyk

Foto: ANDREW BOYERS / REUTERS

Die Speerwerferin erkrankte 2018 selbst an Knochenkrebs, die Krankheit sei bei ihr allerdings früh entdeckt worden und konnte schnell geheilt werden.

Auf der Spendenseite des Jungen , Miłoszek Małysa, heißt es, dass ein Eingriff in Polen nicht möglich gewesen sei, auch anderswo in Europa habe man nicht die notwendige Operation angeboten bekommen, so kam es zu dem nun geplanten Eingriff in den USA, für den allerdings etwa 330.000 Euro nötig sind.

Am Montag bestätigte Andrejczyk auf Instagram, dass Żabka, eine polnische Supermarktkette, ihre Medaille für knapp 105.000 Euro ersteigert hat. Das gesammelte Geld wird es dem Jungen ermöglichen, die notwendige Operation zu erhalten. Am Mittwochmorgen fehlten nur noch 30.000 Euro, um die gesamte Spendensumme von umgerechnet 1,5 Millionen Polnischen Zloty zu erreichen.

Die Supermarktkette aus Polen teilte inzwischen mit, dass Andrejczyk ihre Medaille behalten soll. Immerhin war es auch für sie, nach ihrer eigenen Krankheit, ein ganz besonderer Erfolg. Aber sie hat ihn nun mit dem acht Monate alten Miłoszek Małysa geteilt.

jan
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