+++ Olympia-Update am 2. August +++ Transgender-Athletin Hubbard schreibt Olympia-Geschichte

Gewichtheberin Laurel Hubbard ist bei den Spielen ausgeschieden. Ihr Auftritt war dennoch historisch. Und: Der Kubaner Mijain Lopez Nunez hat als erster männlicher Ringer vier Goldmedaillen gewonnen. Der Überblick.
Laurel Hubbard ist die erste offene transgender Athletin bei Olympia

Laurel Hubbard ist die erste offene transgender Athletin bei Olympia

Foto: AP / Picture Alliance

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Das Wichtigste im Überblick
  • Zwei Mal Gold für das deutsche Team: Aline Rotter-Focken im Schwergewicht im Ringen, Reiterin Julia Krajewski entschied die Vielseitigkeit für sich.

  • Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja kehrt nicht in ihre Heimat zurück, sondern beantragt Asyl in Polen.

  • Im Diskuswurf gelang Kristin Pudenz eine echte Überraschung. Sie wurde hinter der US-Amerikanerin Allman Zweite.

  • Laufstar Sifan Hassan hat die erste ihrer drei anvisierten Goldmedaillen gewonnen. Sie entschied den 5000-Meter-Lauf für sich.

Überraschung beim Diskuswurf – Silber für Pudenz

15.17 Uhr: Diskuswerferin Kristin Pudenz aus Potsdam hat überraschend Silber bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen. Die 28-Jährige landete am Montag mit der persönlichen Bestleistung von 66,86 Metern im fünften Versuch auf dem zweiten Platz. Nach ihrem Silber-Coup vergoss Pudenz, die in diesem Jahr immer wieder Probleme mit der Achillessehne hatte, Tränen des Glücks. Es war die erste Medaille für die deutschen Leichtathleten in Tokio.

Pudenz bescherte den deutschen Diskuswerferinnen zudem die erste Medaille seit dem Gold-Wurf von Ilke Wyludda 1996 in Atlanta. Olympiasiegerin im von einer rund einstündigen Regenunterbrechung beeinträchtigten Wettbewerb wurde die US-Amerikanerin Valarie Allman (68,98). Auf Rang drei kam Yaime Perez aus Kuba (65,72).

Hassan triumphiert über 5000 Meter

14:59 Uhr: Drei Goldmedaillen sind das Ziel von Läuferin Sifan Hassan, die erste hat sie nun: Über 5000 Meter lag die 28 Jahre alte Niederländerin mit 14:36,79 Minuten vor der Olympia-Zweiten von 2016, Helen Obiri aus Kenia (14:38,36 Minuten), und der Äthiopierin Gudaf Tsegay (14:38,87).

Die gebürtige Äthiopierin will am Freitag das zweite Gold über 1500 Meter gewinnen und am Samstag über 10.000 Meter den dritten Olympiasieg feiern.

Gold-Premiere bei den deutschen Vielseitigkeitsreiterinnen

14:40 Uhr: Julia Krajewski hat bei den Olympischen Spielen in Tokio als erste Frau Gold in der Einzelwertung bei den Vielseitigkeitsreiterinnen gewonnen. Im abschließenden Springen blieb die 32-Jährige auf der Stute Amande de B'Neville ohne Abwurf und setzte sich mit 26,00 Strafpunkten vor dem Briten Tom McEwen auf Toledo de Kerser (29,30) und dem Australier Andrew Hoy mit Vassiliy de Lassos (29,60) durch.

Michael Jung, Goldmedaillengewinner im Einzel 2012 in London und 2016 in Rio, belegte mit Chipmunk den achten Platz (36,10). In der Teamwertung war die deutsche Equipe zuvor auf Platz vier hinter Großbritannien, Australien und Frankreich ohne Medaille geblieben.

Rotter-Focken beendet Karriere mit Gold

14:19 Uhr: Die Goldmedaille für Aline Rotter-Focken war in vielerlei Hinsicht eine besondere: Zum einen war es die erste olympische Medaille für eine deutsche Ringerin überhaupt. Zum anderen holte sich die 30-Jährige den größten Triumph ihrer Karriere in ihrem allerletzten Kampf.

Im Finale der Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm setzte sich Rotter-Focken 7:3 gegen die favorisierte US-Amerikanerin Adeline Gray durch. Gegen die fünffache Weltmeisterin, der sie zuletzt bei der WM 2019 unterlegen war, zeigte die Deutsche eine starke Leistung und dominierte das Finale über weite Strecken deutlich.

Im Duell zweier guter Freundinnen setzte sich Aline Rotter-Focken (l.) gegen Adeline Gray durch

Im Duell zweier guter Freundinnen setzte sich Aline Rotter-Focken (l.) gegen Adeline Gray durch

Foto: Tom Pennington / Getty Images

Transgender-Athletin Hubbard schreibt Olympia-Geschichte

13.30 Uhr: Eine Medaille in der Gewichtsklasse über 87 Kilogramm hat die Gewichtheberin Laurel Hubbard klar verpasst. Olympische Geschichte hat sie dennoch geschrieben: Die 43-Jährige ist die erste Athletin bei den Spielen, die offen ihre Geschlechtsidentität angepasst hat. Hubbard lebte nach ihrer Geburt 35 Jahre lang mit einer männlichen Zuschreibung, fühlte sich dem Geschlecht, das ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig.

Über ihre Zulassung zum Frauen-Wettbewerb hatte es zuvor zum Teil kontroverse Diskussionen gegeben. Sportlich hatte die Neuseeländerin mit der Entscheidung über die Medaillen wenig zu tun. Nach drei ungültigen Versuchen schied Hubbard im Wettbewerb aus. Die Chinesin Wenwen Li holte die Goldmedaille, Silber ging an Emily Jade Campbell aus Großbritannien, Bronze gewann Sarah Elizabeth Robles aus den USA.

Ringer Lopez Nunez holt historisches viertes Olympiagold

14.05 Uhr: Der Kubaner Mijain Lopez Nunez hat als erster männlicher Ringer vier olympische Goldmedaillen gewonnen. Der 38-Jährige besiegte im Finale von Tokio in der Gewichtsklasse bis 130 Kilogramm am Montag den Georgier Jakobi Kajaia 5:0. Bereits bei den Spielen 2008, 2012 und 2016 hatte der knapp zwei Meter große Ausnahmeathlet triumphiert. Dazu wurde er fünfmal Weltmeister.

Lopez ist schon seit Jahren einer der Superstars der Ringerszene. Nun ist er der erfolgreichste männliche Athlet ihrer Olympia-Historie – noch vor dem Russen Alexander Karelin, der zwischen 1988 und 2000 dreimal Gold und einmal Silber gewonnen hat. Eigentlich hätte Lopez Nunez seine Karriere schon beendet, nach der Verlegung der Spiele in Japan machte er aber doch noch weiter. Bei der Eröffnungsfeier des diesjährigen Events trug er zum dritten Mal nacheinander für sein Heimatland die Fahne ins Stadion. In seinen vier Kämpfen in Tokio feierte er vier ungefährdete Siege. Im Halbfinale gewann er gegen den mehrmaligen Welt- und Europameister Riza Kayaalp aus der Türkei.

Foto: Aaron Favila / AP

Krafzik verpasst Finale über 400 m Hürden

13.55 Uhr: Carolina Krafzik hat den ersten Einzug einer deutschen Hürdenläuferin in ein olympisches Finale über 400 Meter seit einem Vierteljahrhundert verpasst. Die deutsche Meisterin wurde in ihrem Halbfinale bei strömendem Regen in 54,96 Sekunden Vierte und verpasste damit den geforderten Platz unter den besten zwei. Auch zu den beiden weiteren Zeitschnellsten gehörte die 26-Jährige nicht.

Thompson-Herah schrammt bereits im Halbfinale knapp am Weltrekord vorbei

13.09 Uhr: Jamaikas Star-Sprinterin Elaine Thompson-Herah greift bei den Olympischen Spielen in Tokio nach dem historischen zweiten Sprint-Double. Zwei Tage nach ihrem Triumph über 100 Meter lief die 29-Jährige im Halbfinale über 200 Meter nicht nur die mit Abstand beste Zeit, sondern setzte sich in 21,66 Sekunden auch auf Platz sechs der Geschichte.

Dabei nahm Thompson-Herah auf den letzten 30 Metern noch deutlich das Tempo heraus. Der Weltrekord der legendären Florence Griffith-Joyner (USA) steht seit Olympia 1988 in Seoul bei 21,34 Sekunden. Thompson-Herah hatte 2016 in Rio über 100 und 200 Meter gewonnen. Sie wäre die erste Frau, die das doppelte Double bei Sommerspielen schafft.

Südkoreanischer Turner Olympiasieger im Sprung

12.51 Uhr: Jeahwan Shin aus Südkorea hat die Entscheidung im Sprung bei den Männern gewonnen. Der 23-Jährige erhielt im Ariake Gymnastics Center für seine beiden Sprünge die Durchschnittsnote von 14,783 Punkten. Aufgrund der höheren Schwierigkeit bei einem seiner Sprünge verwies er den punktgleichen Russen Denis Abliasin auf Rang zwei. Die Bronzemedaille sicherte sich der Armenier Artur Dawtjan mit 14,733 Punkten. Vor fünf Jahren in Rio de Janeiro hatte der Nordkoreaner Se-gwang Ri den Olympiasieg geholt. Deutsche Turner hatten sich nicht für das Finale der besten Acht qualifiziert.

Vielseitigkeitsreiter verpasst Medaille, Großbritannien holt Gold

12.16 Uhr: Großbritannien hat Gold im Vielseitigkeitsreiten gewonnen. Im Teamwettkampf setzten sich die überlegenen Briten mit 86,3 Punkten vor Australien (100,2) und Frankreich (101,50) durch. Deutschland kam trotz starker Aufholjagd mit drei Nullrunden im Springen nicht über Rang vier hinaus. Dabei hatte die deutsche Equipe 12,7 Punkte Rückstand auf Frankreich.

In der Einzelwertung greift die Deutsche Julia Krajewski nach Gold. Sie geht mit 25,60 Strafpunkten als Führende in das abschließende Springen (ab 13.45 Uhr MESZ, TV: ARD und Eurosport), der Vorsprung auf den Briten Oliver Townend beträgt zwei Punkte.

US-Weltmeisterinnen verpassen Fußballfinale

12.00 Uhr: Die US-Fußballweltmeisterinnen haben das olympische Finale verpasst. Im Halbfinale unterlagen die USA dem Außenseiter Kanada 0:1 (0:0), Jessie Fleming erzielte den entscheidenden Treffer per Elfmeter. Die viermaligen Olympiasiegerinnen verpassten zum zweiten Mal in Folge das Finale.

US-Turnerin Jade Carey holt Gold am Boden

11.55 Uhr: Die US-Turnerin Jade Carey hat Gold am Boden gewonnen. Die Mehrkampf-Achte wurde für ihre Übung im Ariake Gymnastics Center von den Kampfrichtern mit 14,366 Punkten bewertet. Die Italienerin Vanessa Ferrari kam mit 14,200 Punkten auf Rang zwei. Punktgleiche Dritte wurden Mai Murakami aus Japan und Angelina Melnikowa vom Team des Russischen Olympischen Komitees mit jeweils 14,166 Zählern.

Topfavoritin war eigentlich Simone Biles gewesen, die 24-Jährige hatte aufgrund von mentalen Problemen auf einen Start verzichtet. Deutsche Turnerinnen hatten sich für das Finale der besten Acht nicht qualifiziert.

So strahlt eine Olympiasiegerin: Jade Carey in Tokio

So strahlt eine Olympiasiegerin: Jade Carey in Tokio

Foto: Adam Pretty / Getty Images

Friedrich und Hinze gewinnen Silber im Bahnrad-Teamsprint

11.20 Uhr: Lea Sophie Friedrich und Emma Hinze haben im Bahnrad-Teamsprint die Goldmedaille knapp verpasst. Im Finale scheiterten die amtierenden Weltmeisterinnen aus Deutschland an Bao Shanju und Zhong Tianshi aus China, die sich den Titel in 31,895 Sekunden sicherten. Emma Hinze holte auf der Schlussrunde zwar noch knapp zwei Zehntel auf, am Ende aber war das deutsche Team 0,085 Sekunden langsamer. Bronze ging an Daria Schmelewa und Anastasia Voinova, die für das Russische Olympische Komitee starten.

Die Chinesinnen hatten in der Qualifikation für das Finale in 31,804 Sekunden einen neuen Weltrekord aufgestellt und galten als Favoritinnen auf den Olympiasieg. Friedrich und Hinze hatten am Montag auf der schnellen Bahn in Tokio bereits vor dem Finale zweimal den deutschen Rekord verbessert. Im Finale blieben sie mit 31,980 hinter ihrer Bestmarke von 31,905.

US-Turnstar vor Rückkehr am Dienstag

10.37 Uhr: Nach ihrer Auszeit wegen mentaler Probleme steht Rekord-Weltmeisterin Simone Biles vor einer Rückkehr auf die olympische Turnbühne. Die viermalige Olympiasiegerin wurde für die Medaillenentscheidung am Schwebebalken am Dienstag offiziell gemeldet.

Die 24 Jahre alt US-Amerikanerin hatte nur den Qualifikations-Wettkampf komplett geturnt und war im Mannschaftsfinale nach dem ersten von vier Durchgängen ausgestiegen. Auf die Teilnahme am Mehrkampf-Finale sowie den Geräteentscheidungen beim Sprung, am Stufenbarren und am Boden verzichtete Biles anschließend.

Bahnrad-Team Friedrich/Hinze im Finale

10.23 Uhr: Die beiden Weltmeisterinnen Lea Sophie Friedrich und Emma Hinze stehen bei den Bahnrad-Wettbewerben im Finale. Das Duo besiegte im Izu Velodrome in 31,905 Sekunden die beiden Ukrainerinnen Ljubow Bassowa und Olena Starikowa. Im Finale treffen sie auf die Chinesinnen Bao Shanju und Zhong Tianshi, die in 31,804 Sekunden Weltrekord fuhren.

Lea Sophie Friedrich und Emma Hinze in Izu

Lea Sophie Friedrich und Emma Hinze in Izu

Foto: Justin Setterfield / Getty Images

Timanowskaja beantragt Asyl in Polen

10.07 Uhr: Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja beantragt Asyl in Polen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die lokale belarussische Gemeinschaft. Polen bot ihr zuvor Asyl an, nachdem sie ein Video veröffentlicht hatte, in dem sie erklärt, dass sie gegen ihren Willen aus Japan ausgeflogen werden solle. Ihr werde vorgeworfen, öffentlich Kritik an belarussischen Sportfunktionären geäußert zu haben.

Wie Reuters weiter berichtet, habe Timanowskaja in Tokio vor laufenden Kameras die polnische Botschaft betreten. Die Nacht hatte sie noch in einem Hotel am Tokioter Flughafen verbracht. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte mitgeteilt, dass sie in Sicherheit sei.

Polen und Tschechien bieten Timanowskaja Asyl an

09.55 Uhr: Tschechien und Polen haben der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja ein humanitäres Visum angeboten. Sein Land sei bereit zu helfen, twitterte Vizeaußenminister Marcin Przydacz. »Sie hat die freie Wahl, ihre sportliche Karriere in Polen fortzusetzen, wenn sie sich dafür entscheidet«, schrieb er.

Zuvor hatte bereits der tschechische Außenminister Jakub Kulhanek ein Hilfsangebot gemacht. Die 24-jährige Athletin hatte in einem Video, das die oppositionelle belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF) am Sonntag veröffentlichte, erklärt, sie habe gegen ihren Willen aus Japan ausgeflogen werden sollen. Ihr werde vorgeworfen, öffentlich Kritik an belarussischen Sportfunktionären geäußert zu haben.

Bahnrad-Frauen fahren Weltrekord in der Qualifikation

09.27 Uhr: Der Bahnrad-Vierer der Frauen hat in der Qualifikation einen Weltrekord aufgestellt. Franziska Brauße, Lisa Brennauer, Lisa Klein und Mieke Kröger fuhren in Izu in 4:07,307 Minuten und verbesserte damit die alte Bestzeit der britischen Frauen um fast drei Sekunden. Die nächste Runde wird am Dienstag (8.30 Uhr MESZ) ausgetragen.

Segelwettbewerbe wegen schwacher Winde verschoben

08.35 Uhr: Zu schwache Winde haben zur Absage der olympischen Segel-Wettfahrten am Montag vor Enoshima geführt. Betroffen davon waren auch die Medaillenrennen der 49er FX der Frauen mit den deutschen Starterinnen Tina Lutz und Susann Beucke und der 49er der Männer mit Erik Heil und Thomas Plößel. Die beiden deutschen Crews liegen im Kampf um Edelmetall in ihren Klassen in aussichtsreicher Position. Die entscheidenden Wettfahrten sollen nach Angaben der Organisatoren am Dienstag nachgeholt werden.

Lutz/Beucke können als Gesamtdritte noch auf Gold schielen, Heil/Plößel sind Vierte und haben immerhin noch Chancen auf Bronze wie in Rio 2016. Am Dienstag steht auch das Medaillenrennen der Nacra 17 an. Das Kieler Katamaran-Duo Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer startet auf Rang drei in die abschließende Wettfahrt und kann ebenfalls auf Bronze hoffen. Mehr wird kaum drin sein. Der Abstand zu Gold ist uneinholbar, und auch der Rückstand zu Silber erscheint zu groß.

Schütze Reitz verpasst Medaille

08.01 Uhr: Christian Reitz hat im Schießen eine Medaille verpasst. Der Olympiasieger von Rio 2016 hatte zuvor noch für die Bestleistung in der Qualifikation gesorgt, im Finale musste er sich jedoch unter anderem dem Franzosen Jean Quiquampoix (Gold), dem Kubaner Leuris Pupo (Silber) und dem Chinesen Li Yuehong (Bronze) geschlagen geben.

Keine Wiederholung seines Rio-Triumphs: Schütze Christian Reitz

Keine Wiederholung seines Rio-Triumphs: Schütze Christian Reitz

Foto: HEDAYATULLAH AMID / EPA

Belarussische Sprinterin Timanowskaja laut IOC in Sicherheit

07.02 Uhr: Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja hat nach ihrem Hilferuf am Sonntagabend die Nacht in einem Hotel am Tokioter Flughafen Haneda verbracht. Laut dem japanischen Regierungssprecher Katsunobu Kato habe sie vor, Asyl zu beantragen. Verschiedene Medien hatten zuvor berichtet, Timanowskaja wolle Zuflucht in einem europäischen Land suchen.

IOC-Sprecher Mark Adams bestätigte, Timanowskaja sei »sicher«, am Montagmorgen habe das Internationale Olympische Komitee erneut Kontakt zu ihr gehabt und das belarussische NOK aufgefordert, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Nach Adams' Angaben seien Offizielle der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR in den Fall involviert. Weitere Details nannte er nicht.

Ringerin Schell verliert im Viertelfinale

06.39 Uhr: Ringerin Anna Schell hat ihr Viertelfinale in Tokio gegen Alla Tscherkassowa (Ukraine) verloren. Die WM-Dritte von 2019 musste sich in der Klasse bis 68 kg der Weltmeisterin von 2018 klar geschlagen geben (0:6). Weil Tscherkassowa ihr Halbfinale gegen die 2019er-Weltmeisterin Tamyra Marianna Mensah (USA) verlor, blieb Schell der Einzug in die Hoffnungsrunde verwehrt.

Reitz untermauert in der Qualifikation Gold-Ambitionen

05.53 Uhr: Sportschütze Christian Reitz hat gute Aussichten, im Finale mit der Schnellfeuerpistole ab 7.30 Uhr MESZ eine Medaille zu gewinnen. Der Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016 sorgte mit 587 Ringen für die Bestleistung in der Qualifikation. Der zweite deutsche Starter Oliver Geis verpasste das Finale der besten Sechs.

Camacho-Quinn siegt über 100 Meter Hürden

04.55 Uhr: Die Favoritin hat sich über 100 Meter Hürden durchgesetzt: Jasmine Camacho-Quinn (Puerto Rico), die 2016 in Rio noch im Halbfinale in die Hürde trat und ausschied, holte sich die Goldmedaille in 12,37 Sekunden. Weltrekordlerin Kendra Harrison aus den USA gewann Silber (12,52), Megan Tapper aus Jamaika (12,55) wurde Dritte.

Jasmine Camacho-Quinn (l.) freut sich über Gold

Jasmine Camacho-Quinn (l.) freut sich über Gold

Foto: Martin Meissner / AP

Tentoglou holt Gold im Weitsprung

04.47 Uhr: Miltiadis Tentoglou hat in Tokio Gold im Weitsprung gewonnen. Der Grieche sprang im letzten Versuch auf 8,41 Meter und egalisierte damit die Leistung des Kubaners Juan Miguel Echevarría, hatte aber die bessere zweitbeste Weite. Dritter wurde Echevarrías Landsmann Maykel Masso (8,21). Der Deutsche Fabian Heinle, der überraschend den Endkampf erreicht hatte, wurde mit 7,62 Meter Zwölfter.

17 neue Coronafälle bei Olympischen Spielen in Tokio

04.29 Uhr: Im Umfeld der Olympischen Spiele in Tokio hat es 17 neue Coronafälle gegeben. Das vermeldeten die Organisatoren am Montag. Athleten waren dieses Mal nicht betroffen. Der Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 276.

Insgesamt infizierten sich demnach bislang 24 Sportler mit dem Coronavirus. Am Tag der Eröffnungsfeier hatte es im deutschen Team in Radsportler Simon Geschke den ersten Coronainfizierten gegeben.

Deutsche Hockey-Frauen scheiden im Viertelfinale aus

04.04 Uhr: Nach einer enttäuschenden Leistung sind die deutschen Hockey-Frauen im Viertelfinale ausgeschieden. Gegen Argentinien unterlagen die Bronze-Gewinnerinnen von Rio 2016 0:3 (0:2).

Foto: KIM HONG-JI / REUTERS

Agustina Albertarrio (27. Minute) und Maria Victoria Granatto (29.) mit einem Doppelschlag kurz vor der Halbzeitpause sowie Valentina Raposo Ruiz de los Llanos (52.) mit dem dritten Treffer besiegelten das Aus. Für die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) war es bei Sommerspielen die vierte Niederlage in Folge gegen die »Löwinnen«.

Protestgeste bei Siegerehrung: Kugelstoßerin Saunders könnte Strafe drohen

03.22 Uhr: Der amerikanischen Kugelstoßerin Raven Saunders könnte die erste Strafe wegen eines »politischen« Protests bei einer Siegerehrung während der Olympischen Spiele in Tokio drohen. Die 25-Jährige, die am Sonntag Silber gewonnen hatte, kreuzte auf dem Podium ihre über den Kopf erhobenen Arme. Mit der »X-Geste« habe sie Solidarität für die Rechte »unterdrückter Menschen« ausdrücken wollen.

Raven Saunders, Silbermedaillengewinnerin im Kugelstoßen

Raven Saunders, Silbermedaillengewinnerin im Kugelstoßen

Foto:

Francisco Seco / AP

Saunders tritt öffentlich vor allem für die Belange von »PoC« (People of Color) ein, zudem ist sie für die LGBTQ-Community engagiert.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte seine strikt ablehnende Haltung gegenüber politischen Protesten während der Spiele aufgeweicht, duldet friedvolle Gesten vor dem Wettkampf. Die deutsche Hockey-Kapitänin Nike Lorenz durfte mit Erlaubnis des IOC mit einer Regenbogen-Binde am Stutzen spielen. Politische Proteste bei Siegerehrungen hat das IOC indes untersagt.

Hassan stürzt über 1500 Meter – und gewinnt dennoch

03.15 Uhr: Eine Schrecksekunde musste Goldfavoritin Sifan Hassan in ihrem Vorlauf über 1500 Meter überstehen: Die Niederländerin, die in Tokio Gold über 1500, 5000 und 10.000 Meter holen möchte, stürzte zu Beginn der letzten Runde und lag weit hinter der Spitzengruppe zurück. Mit einer furiosen Aufholjagd holte sie die Führenden noch ein – und gewann in 4:05,17 Minuten.

Foto: Matthias Hangst / Getty Images

Die deutsche Starterin Caterina Granz sicherte sich ihren Halbfinaleinzug mit Saisonbestleistung (4:06,22 Minuten), die deutsche Meisterin Hanna Klein blieb mit 4:14,83 Minuten hinter den Erwartungen zurück und wurde Letzte ihres Vorlaufs und schied aus.

Viertelfinalgegnerinnen von Ludwig/Kozuch stehen fest

03.12 Uhr: Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig kämpft mit ihrer neuen Partnerin Margareta Kozuch gegen das US-Duo April Ross/Alix Klineman um den Einzug ins Halbfinale. Die Amerikanerinnen gewannen ihr Achtelfinale gegen Lidianny Echevarria Benitez/Leila Consuelo Martinez Ortega aus Kuba 2:0 (21:17, 21:15).

Ludwig/Kozuch durch ein 2:1 (21:19, 19:21, 16:14) gegen die Brasilianerinnen Agatha Bednarczuk und Eduarda Santos Lisboa in die Runde der letzten Acht eingezogen. Das Viertelfinale findet am Dienstag statt.

mfu/tip/sid/dpa
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