+++ Olympia-Update +++ Biathlet Lesser nimmt »von den Olympischen Spielen genau gar nichts mit«

Nach Rang vier in der Staffel und seinem letzten Olympiarennen zeigt sich Biathlet Erik Lesser enttäuscht. Und: Beim Aus des deutschen Eishockey-Teams sorgt David Wolf für einen negativen Höhepunkt. Der Überblick.
Erik Lesser bei der Biathlon-Staffel in Zhangjiakou

Erik Lesser bei der Biathlon-Staffel in Zhangjiakou

Foto: Angelika Warmuth / dpa
Das Wichtigste im Überblick
  • Nach seinem letzten Olympiarennen hat sich Biathlet Erik Lesser resigniert gezeigt

  • Beim Aus der deutschen Eishockey-Mannschaft hat David Wolf mit einem Faustschlag für den negativen Höhepunkt gesorgt.

  • Weil er die falsche Ausfahrt nahm, hat Starkombinierer Jarl Magnus Riiber seinen Vorsprung verschenkt und keine Medaille gewonnen.

  • Sofia Goggia holt wenige Wochen nach einem schweren Sturz die Silbermedaille in der Abfahrt.

Walijewa fast fehlerfrei, aber mit Tränen

15.07 Uhr: Die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat zum Auftakt in ihrem Kurzprogramm ihre Chancen auf den Olympiasieg im Einzel gewahrt. Nach dem Wirbel um eine positive Dopingprobe unterlief der 15 Jahre alten Team-Olympiassiegerin nur beim Dreifach-Axel ein Wackler. Die Gold-Favoritin erhielt 82,16 Punkte und setzte sich vorläufig an die Spitze. Das Kür-Finale findet an diesem Donnerstag statt.

Der Druck der vergangenen Tage  war Walijewa indes anzumerken, nach ihrem Auftritt konnte sie nur mit Mühe die Tränen zurückhalten. Nach einem positiven Dopingtest bei den russischen Meisterschaften Ende Dezember hatte der Internationale Sportgerichtshof Cas Walijewa in einem Eilverfahren die Starterlaubnis für das Einzel erteilt. Walijewa hatte eingeräumt, dass ihr die vergangenen Tage nervlich zu schaffen gemacht hatten.

Das Feld des Kür-Finales war für den Fall von Walijewas Weiterkommen von 24 auf 25 Läuferinnen vergrößert worden, damit ungeachtet der weiteren sportrechtlichen Entwicklung ihres Falls keine Läuferin benachteiligt wird.

Friedrich vor drittem Olympia-Gold – deutscher Dreifachsieg?

13.46 Uhr: Deutschlands Fahnenträger Francesco Friedrich steht vor seinem dritten Olympia-Gold. Der Rekordweltmeister liegt vor dem abschließenden vierten Lauf im Zweierbob  weiterhin in Führung. Mit Anschieber Thorsten Margis legte er am Dienstag im dritten Lauf mit 5,93 Sekunden und 58,99 Sekunden erneut Start- und Bahnrekord hin. Der Doppel-Olympiasieger von Pyeongchang 2018 vergrößerte somit seinen Vorsprung vor Johannes Lochner auf 0,48 Sekunden.

Der dritte deutsche Starter Christoph Hafer rückte vom vierten auf den Bronzerang vor. Der Olympia-Debütant liegt mit Anschieber Matthias Sommer 0,18 Sekunden vor dem viertplatzierten Schweizer Michael Vogt (+1,69). Noch nie haben drei Bobs aus einer Nation gleichzeitig auf dem olympischen Podest gestanden. Der vierte Lauf findet um 14.50 Uhr MEZ statt.

Starkombinierer Riiber verfährt sich und verpasst Gold

12.01 Uhr: Nach dem Springen von der Großschanze sah es nach einem einsamen Langlauf für Jarl Magnus Riiber aus. Der Starkombinierer ging nach dem Ende seiner Quarantäne nicht bloß wegen seiner 44 Sekunden Vorsprung als großer Favorit in die Loipe. Doch seinen Vorsprung vergab Riiber dadurch, dass er sich auf dem Kurs im Stadion Kuyangshu verlief und zunächst umkehren musste, um die richtige Abzweigung zu nehmen.

Falscher Weg: Riiber musste umkehren, um zurück auf die Strecke zu kommen

Falscher Weg: Riiber musste umkehren, um zurück auf die Strecke zu kommen

Foto: KAI PFAFFENBACH / REUTERS

Danach lief Riiber in einer Spitzengruppe mit dem Japaner Akito Watabe und dem Deutschen Manuel Faißt. Am Ende waren es aber die Norweger Jörgen Graabak und Jens Luraas Oftebro, die wegzogen: Graabak gewann Gold, Oftebro Silber. Watabe sicherte sich rund drei Sekunden vor Faißt die Bronzemedaille.

Biathlet Lesser zieht bitteres Olympia-Fazit

11.22 Uhr: Auch in seinem letzten Olympiarennen blieb der deutsche Biathlet Erik Lesser ohne Medaille. »Ich nehme von den Olympischen Spielen genau gar nichts mit«, sagte Lesser danach. »Weder eine Medaille, noch ein gutes Ergebnis, eine gute Zeit hatte man hier jetzt auch so begrenzt. Wir haben zwar im Team das Beste daraus gemacht, aber irgendwie beneide ich Arnd Peiffer, der letzte Saison gesagt hat: Tschüssikowski, Peking gebe ich mir nicht mehr.«

Peiffer hatte im vergangenen Jahr seine Karriere beendet und sich wiederholt kritisch über Olympia geäußert. »Dass es immer größer werden muss, dass auf die Natur keine Rücksicht genommen wird, (...) das sind für mich schon Themen, die den Mythos Olympia beschädigt haben«, hatte er gesagt.

Japanische Eisschnellläuferinnen vergeben Gold dramatisch

10.35 Uhr: Bis zur letzten Kurve führten die japanischen Eisschnellläuferinnen im Finale der Mannschaftsverfolgung über 1500 Meter gegen Kanada. Dann verlor Nana Takagi das Gleichgewicht und krachte in die Bande. Zwar stand Takagi direkt wieder auf und schaffte es noch ins Ziel, jedoch elf Sekunden hinter der letzten kanadischen Läuferin: Ivanie Blondin, Valerie Maltais und Isabelle Weidemann holten Gold mit einem olympischen Rekord von 2:53,44 Minuten.

Der Sturz, der das Finale über die 1500 Meter entschied: Nana Takagi

Der Sturz, der das Finale über die 1500 Meter entschied: Nana Takagi

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Kyodo News

Im kleinen Finale war die Niederlande nach sechs Runden 1,8 Sekunden schneller als Russland und gewann Bronze. Gold bei den Männern holte Norwegen mit Hallgeir Engebraaten, Peder Kongshaug und Sverre Lunde Pedersen vor Russland, Bronze ging an die USA.

Riiber dominiert Springen der Kombinierer

10.12 Uhr: Der Norweger Jarl Magnus Riiber hat den Skisprung-Wettkampf der Kombinierer gewonnen und geht als großer Goldfavorit ins entscheidende Skilanglaufrennen. Riiber, der erst am Montag aus einer Corona-Quarantäne in China entlassen worden war, sprang auf der Großschanze in Zhangjiakou fulminante 142 Meter weit. Sein Vorsprung auf die zweitplatzierten Kristjan Ilves aus Estland und Ryota Yamamoto aus Japan beträgt 44 Sekunden. Drei Sekunden später geht der viertplatzierte Manuel Faißt als bester Deutscher ins Rennen.

Die anderen Deutschen Julian Schmid (9.), Vinzenz Geiger (14.) und Johannes Rydzek (15.) liegen bereits etwas weiter zurück. Normalschanzen-Olympiasieger Geiger und Rydzek sind jedoch läuferisch sehr stark. Um 11.30 Uhr geht es auf die Loipe.

Deutsches Eishockey verabschiedet sich mit Schlag auf den Hinterkopf von Olympia

09.57 Uhr: Beim Ausscheiden der deutschen Eishockeymannschaft gegen die Slowakei hat David Wolf von den Adler Mannheim mit einem Faustschlag für einen negativen Höhepunkt gesorgt. In der Schlussphase der 0:4-Pleite gegen die Slowakei, die das Aus bedeutete, streckte Wolf einen Gegenspieler mit einem Schlag gegen den Hinterkopf nieder. Wolf flog dafür vom Eis.

In den sozialen Netzwerken wurde Wolf teils hart kritisiert. Offenbar auch das nahm der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) zum Anlass für einen Tweet, in dem man »persönliche Beleidigungen und Diffamierungen« verurteilte. »Wir sind alle enttäuscht aufgrund der bitteren Niederlage heute. Wir bitten Euch, in den Kommentaren auf die allgemeinen Regeln in Sachen Respekt & Ton zu achten«, hieß es.

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Norwegen holt Gold in der Staffel, deutsche Biathleten verpassen Medaille

08.57 Uhr: Norwegens Biathleten haben die Männerstaffel gewonnen. Über viermal 7,5 Kilometer gewannen die Norweger um Sprint-Olympiasieger Johannes Thingnes Bø vor Frankreich und Russland. Der russische Schlussläufer Eduard Latypow vergab beim abschließenden Liegendschießen einen deutlichen Vorsprung, vier seiner ersten fünf Schüsse traf er nicht.

Die deutschen Männer verpassten eine Medaille, Philipp Nawrath hatte durch Latypows Schwächen beim Schießen sogar noch die Chance, den Russen zu überholen. Aber auch er selbst musste in die Strafrunde.

Der norwegische Schlussläufer Vetle Sjåstad Christiansen feiert Gold

Der norwegische Schlussläufer Vetle Sjåstad Christiansen feiert Gold

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Opas Medizin führte laut Anwälten zu Walijewas positivem Dopingtest

08.19 Uhr: Die Medizin ihres Opas soll nach Angaben der Anwälte von Eiskunstläuferin Kamila Walijewa zu ihrem positiven Dopingtest geführt haben. Es sei zu einer »Verunreinigung mit einem Produkt gekommen, das ihr Großvater eingenommen hat«, sagte IOC-Mitglied Denis Oswald unter Berufung auf die Rechtsbeistände der Russin. Dies sei Teil der Verteidigung Walijewas im Eilverfahren des Internationalen Sportgerichtshofs Cas über ihre Zulassung zum Damen-Einzel gewesen.

Walijewa war bei den russischen Meisterschaften Ende Dezember positiv auf das verbotene Herzmittel Trimetazidin getestet worden, das die Blutzufuhr zum Herzen durch Weitung der Blutgefäße fördert. Ihre Anwälte hätten »Gründe präsentiert, die Zweifel an ihrer Schuld« hinterließen, sagte Oswald, Vorsitzender der IOC-Disziplinarkommission. Die B-Probe sei bisher nicht analysiert worden.

Russischen Medien zufolge habe Walijewas Anwältin darauf verwiesen, sie könne aus einem Glas getrunken haben, das zuvor ihr Großvater genutzt habe. Durch eine Speichelübertragung könne dann die verbotene Substanz in ihren Körper gelangt sein. Der Befund war erst während der Winterspiele in Peking bekannt geworden. Die Cas-Richter entschieden mit Blick auf das Alter der 15-Jährigen und die unzureichende Beweislage, ihr die Starterlaubnis für den Damen-Wettbewerb zu erteilen.

Medaillentraum geplatzt – deutsches Eishockeyteam vorzeitig ausgeschieden

07.32 Uhr: Vor vier Jahren war die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die große Olympia-Überraschung. Auch diesmal hatte sie viel vor – und ist jetzt schon gescheitert. Durch eine Niederlage gegen die Slowakei. Lesen Sie hier mehr.

Frenzel hofft nach Ende der Quarantäne auf Start

07.30 Uhr: Der Nordische Kombinierer Eric Frenzel fühlt sich nach überstandener Corona-Quarantäne und ärztlichen Untersuchungen fit und hofft auf einen Olympia-Einsatz im Teamwettkampf. »Die Gesundheitschecks waren gut«, sagte der 33-Jährige auf einer Pressekonferenz des deutschen Teams im chinesischen Zhangjiakou. »Die Ärzte haben das »Go« gegeben, mich zu belasten.« Frenzel verwies jedoch auch darauf, dass eine Nominierung für ihn für den Wettbewerb am Donnerstag noch nicht selbstverständlich sei.

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US-Team drängt auf Eiskunstlauf-Siegerehrungen

6.59 Uhr: Die Athletinnen und Athleten des US-Olympiateams wollen die IOC-Entscheidung zu den Eiskunstlauf-Siegerehrungen nicht hinnehmen. »Alle Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen müssen mit einer Medaillenzeremonie abgeschlossen werden«, hieß es in einer Stellungnahme. Die Athletenvertreter fordern das IOC auf, den Sportlerinnen und Sportlern die Siegerehrungen »nicht wegzunehmen«.

Die IOC-Exekutive hatte im Zuge des Cas-Urteils zum Fall der Russin Kamila Walijewa  entschieden, Medaillenvergaben mit Beteiligung der 15-Jährigen in Peking auszusetzen. Walijewa war Ende Dezember positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden, über Sanktionen für die Europameisterin wird erst nach den Spielen entschieden. In der ersten Wettkampfwoche hatte sie mit der russischen Mannschaft Gold gewonnen – vor den USA und Japan.

Vierter Platz in der Abfahrt für Kira Weidle – Goggia holt Silber

5.29 Uhr: Kira Weidle hat im Abfahrtsrennen der Olympischen Spiele die angestrebte Medaille verpasst. Während Corinne Suter aus der Schweiz ein Jahr nach ihrem WM-Sieg auch in Peking zu Gold fuhr, belegte die Vizeweltmeisterin den vierten Platz. Ihr Rückstand auf die drittplatzierte Italienerin Nadia Delgado betrug 0,14 Sekunden.

Suter siegte mit 0,16 Sekunden Vorsprung vor Sofia Goggia aus Italien. Die Olympiasiegerin von 2018 war trotz einer schweren Knieverletzung, die sie drei Wochen zuvor bei einem Sturz in Cortina d'Ampezzo erlitten hatte, an den Start gegangen und konnte sich nun über Silber freuen.

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Silber für Gu

3.58 Uhr: Ski-Freestyle-Star Eileen Gu hat nach ihrem Olympiasieg im Big-Air-Wettbewerb einen weiteren Triumph in Peking knapp verpasst. Die favorisierte 18 Jahre alte Doppelweltmeisterin, die gebürtig aus Kalifornien stammt, aber für China startet, gewann im Slopestyle-Wettbewerb mit 86,23 Punkten Silber. Mathilde Gremaud aus der Schweiz flog zu Gold (86,56). Bronze ging an Kelly Sildaru (82,06). Die einzige deutsche Starterin Aliah Delia Eichinger hatte das Finale als 17. verpasst.

Zwei Stürze – Morgan Zehnte im Big Air

3.44 Uhr: Nach zwei Stürzen hat Snowboarderin Annika Morgan ihr Ziel Top 8 im Big Air verpasst. Die 20-Jährige stand im Finale nur den zweiten von drei Sprüngen und musste sich mit 88,00 Punkten mit Platz zehn zufriedengeben. Olympiasiegerin wurde wie vor vier Jahren die Österreicherin Anna Gasser mit 185,50 Punkten vor Zoi Sadowski Synnott aus Neuseeland (177,00) und der Japanerin Kokomo Murase (171,50).

Anzug zu groß? Geiger weist Vorwürfe zurück

2.59 Uhr: Es gibt Schummelvorwürfe gegen den deutschen Skispringer Karl Geiger. Polnische und norwegische Medien hatten berichtet, dass sein Sprunganzug zu groß sein könnte. Dagegen hat sich Geiger nun gewehrt. »Ich war in jedem Wettkampf in der Kontrolle, heute sogar zweimal«, sagt er. Hier geht es zur Meldung.

»Glücklich, aber gleichzeitig emotional müde«

1.51 Uhr: Die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat sich nach der Entscheidung des Sportgerichtshofs im russischen Fernsehen zu Wort gemeldet. Sie sei emotional erschöpft. »Diese (vergangenen) Tage waren sehr schwierig für mich«, sagte die 15-Jährige Channel One in ihren ersten Kommentaren zur Situation. »Es ist, als hätte ich keine Emotionen mehr. Ich bin glücklich, aber gleichzeitig bin ich emotional müde.«

Am Montag hatten die Richter des Internationalen Sportgerichtshofs verkündet, dass der 15-jährige Eiskunstlaufstar aus Russland beim Einzelwettbewerb am Dienstag starten darf – trotz eines positiven Dopingtests. Ein Spruch, der in den nächsten Tagen noch für viel Aufregung und Diskussionsbedarf sorgen wird.

bka/hba/dpa/Reuters/sid
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