Kritik an Unterbringung isolierter Athleten »Die Lage hat sich definitiv verbessert«

Er sei in der Corona-Isolation »mental am Ende«, sagte sein Trainer über Eric Frenzel. Inzwischen wurde der Kombinierer in ein größeres Hotelzimmer gebracht. Nun hofft er, doch noch um Gold kämpfen zu können.
Eric Frenzel: »Habe Möglichkeiten, Sport zu machen und das Essen passt soweit«

Eric Frenzel: »Habe Möglichkeiten, Sport zu machen und das Essen passt soweit«

Foto: GEPA pictures/ Gintare Karpaviciute / imago images/GEPA pictures

Nach der Kritik an der Unterbringung in Isolationszimmern bei den Olympischen Winterspielen ist der betroffene Eric Frenzel in eine andere Unterkunft umgezogen. Diese habe »glücklicherweise alles, was ich so brauche. Ich habe Möglichkeiten, Sport zu machen und das Essen passt soweit«, sagte der 33 Jahre alte Nordische Kombinierer bei Eurosport . So kann er sich angemessen auf die mögliche Rückkehr in die Wettbewerbe in der zweiten Olympiawoche vorbereiten.

Unter anderem Frenzel, dreimaliger Olympiasieger, sei nach seinem positiven Coronatest bei der Einreise in einer Isolationsunterkunft untergebracht worden, die der DOSB am Samstag als »unzumutbar« kritisierte. »Ich habe ihn mental in so einer Situation noch nie gesehen«, sagte Teamarzt Stefan Pecher, der Frenzel nach eigenen Angaben seit 17 Jahren betreut. »Nicht bei Niederlagen, nicht bei Situationen mit Pech bei Weltcups oder Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Er war mental wirklich am Ende.«

»Die Lage hat sich definitiv verbessert«

Dirk Schimmelpfennig nannte die veränderte Unterbringung »sehr erfreulich«. Der Chef de Mission im Team D bedankte sich beim IOC und beim Organisationskomitee für das »zügige« Handeln, durch das die Kombinierer Frenzel und Terence Weber sowie Eiskunstläufer Nolan Seegert »in einer schwierigen Situation nun zumindest zufriedenstellende Rahmenbedingungen haben«.

Auch der Bundestrainer der Kombinierer, Hermann Weinbuch, war zufrieden. »Die Lage hat sich definitiv verbessert«, sagte er. Frenzels neue Bleibe in Zhangjiakou habe einen »deutlich verbesserten Standard«, hieß es in der DOSB-Mitteilung, Weber sei »aus der Selbstisolation im Mannschaftshotel in ein weiteres Quarantänehotel in Zhangjiakou verlegt« worden.

Das IOC bestätigte bei seiner täglichen Pressekonferenz die deutsche Anfrage. »Die Beschwerden wurden sehr ernst genommen«, sagte Exekutivdirektor Christophe Dubi. Die Bedingungen direkt nach der Unterbringung seien »nicht gut genug« gewesen: »Das darf nicht passieren. Wir wollen sicherstellen, dass es nicht so ist.« Auch die Vizepräsidentin des Organisationskomitees, Han Zirong, hatte angekündigt, dass man sich um den Fall kümmern werde. »Wir schenken diesen Themen große Aufmerksamkeit und wollen sie schnell lösen.«

Frenzel und Weber werden ihren ersten Wettkampf am Mittwoch verpassen, Seegert fiel für den Teamwettbewerb aus. Für alle drei Athleten muss die derzeit symptomfreie Coronaerkrankung nicht das Aus für die Spiele bedeuten. Nach zwei negativen Tests innerhalb von 24 Stunden können sie die Quarantäne verlassen. Die Nordischen Kombinierer starten am 15. und 17. Februar noch von der Großschanze und im Team, Seegert hat noch Hoffnung auf den Paarlauf-Wettbewerb ab dem 18. Februar.

mon/dpa/sid

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