Ski-Freestyle »Big Air«-Sieger Ruud widmet Gold seinem toten Vater

Auf die WM-Teilnahme im vergangenen Jahr hatte Birk Ruud noch verzichtet, um bei seinem todkranken Vater sein zu können. Nun gewann der Ski-Freestyler die Olympiapremiere im Big Air – und widmete ihm die Goldmedaille.
Birk Ruud im Olympiafinale

Birk Ruud im Olympiafinale

Foto: JEROME FAVRE / EPA

Ski-Freestyler Birk Ruud hat sich zum ersten Olympiasieger im Big-Air-Wettbewerb der Männer gekürt. Der Norweger gewann die Premierenauflage der Disziplin bei den Winterspielen in Peking dank überragender Sprünge in den ersten beiden der drei Finaldurchgänge mit 187,75 Punkten. Silber ging auf der Anlage in Shougang an den US-Amerikaner Colby Stevenson (183,00), Bronze an den Schweden Henrik Harlaut (91,00).

»Ich war komplett in dem Moment und habe die Gelegenheit genutzt. Ich wollte für Norwegen eine Show abliefern«, sagte der zweimalige X-Games-Sieger Ruud, der bereits die Qualifikation für sich entschieden hatte. Im letzten Durchgang sprang er, bereits als Olympiasieger feststehend, mit einer norwegischen Flagge in der Hand. Für die Skandinavier war es bereits die vierte Goldmedaille in Peking.

»Die Familie stand eng zusammen, das hat mich getragen«

Zu Ehren seines Vaters Oivind, der im April 2021 an Krebs gestorben war, trug der 21-Jährige ein goldenes Armband am linken Handgelenk, das dieser ihm einst geschenkt hatte: »Ich glaube, er wäre sehr glücklich, wenn er sehen würde, wie glücklich ich hier bin und dass ich meine Ziele erreiche.«

Ruud im Ziel

Ruud im Ziel

Foto: Walter G. Arce Sr. / imago images/ZUMA Press

Auf die WM-Teilnahme im vergangenen Jahr hatte Ruud verzichtet, um bei seinem Vater sein zu können. »Ich bin sehr dankbar für diese Zeit, die wir noch hatten«, erzählte er in Peking: »Die Familie stand eng zusammen, das hat mich getragen.«

Silbermedaillengewinner Stevenson hatte 2016 einen schweren Autounfall nur knapp überlebt, anschließend wurde ihm eine Titanplatte in den Schädel eingesetzt. Nur acht Monate später gelang ihm auf der Seiser Alm sein erster Slopestyle-Weltcupsieg. Deutsche Athleten waren in Peking nicht am Start.

Bei den Frauen hatte am Dienstag Chinas Superstar Eileen Gu , die gebürtig aus Kalifornien stammt, ihre erste von bis zu drei möglichen Goldmedaillen gewonnen. Die einzige deutsche Starterin Aliah Delia Eichinger verpasste bei ihrem Olympia-Debüt als 18. den Einzug in den Medaillenkampf.

ara/sid
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