Skisprung-Disqualifikationen Kontrolleur Jukkara weist Schuld von sich

Das olympische Mixed-Skispringen ist nach mehreren Disqualifikationen zum Debakel geworden. Die Offiziellen erfuhren heftige Kritik. Nun wehrt sich Männerkontrolleur Mika Jukkara.
Katharina Althaus

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Cameron Spencer / Getty Images

Der finnische Material-Kontrolleur Mika Jukkara hat nach der Skisprung-Farce im olympischen Mixed-Wettbewerb  jegliche Kritik von sich gewiesen. »Die Disqualifikationen wurden einzig von Frau Aga Baczkowska ausgesprochen. Ich hatte damit nichts zu tun«, stellte der 58-Jährige in einer schriftlichen Stellungnahme klar.

Bei der Mixed-Premiere waren fünf Springerinnen aus vier Topnationen wegen zu großer Anzüge disqualifiziert worden, betroffen war auch Katharina Althaus. Alle vier Nationen hatten dadurch keine Chancen mehr auf die Medaillen.

Anschließend war auch Männer-Kontrolleur Jukkara hart angegangen worden. »Irgendeine Person hat fälschlicherweise behauptet, dass ich während der Kontrollen in der Kabine der Frauen war. Das ist nicht wahr. Da ich gleichzeitig die Männer kontrolliert habe, war das auch gar nicht möglich«, schrieb der FIS-Inspekteur. Für die Frauen sei einzig die Polin Baczkowska zuständig gewesen.

Der Sportliche Leiter des deutschen Teams hatte unter anderem im SPIEGEL-Interview  dazu gesagt: »Er war bei der Kontrolle von Katharina gar nicht anwesend. Von den anderen Teams wissen wir aber, dass Jukkara bei weiteren Kontrollen, die zu Disqualifikationen geführt haben, im Kontrollraum anwesend war. Dabei soll er nicht aktiv gemessen haben, saß aber als Beobachter im Hintergrund. Das könnte Einfluss genommen haben, er ist bei den Frauen sonst nun mal nicht dabei.«

Horngacher: »Der neue Kontrolleur hat die Kontrollen extrem verschärft«

Auch hatte der langjährige Skisprung-Materialkontrolleur Joseph Gratzer seinen Nachfolger schwer kritisiert. »Ich habe den Eindruck, dass er von heute auf morgen alles verändern und die Kontrolltätigkeit anders anlegen will. Für mich ist er momentan nicht der richtige Mann auf dem Platz, da hat man sich wohl geirrt«, sagte Gratzer der »Tiroler Tageszeitung «. Jukkara und Baczkowska sind für die Kontrollen beim Springen zuständig gewesen.

Auch Bundestrainer Stefan Horngacher hatte Jukkara kritisiert, bezog sich dabei aber vor allem auf die zahlreichen Kontrollen und Disqualifikationen während der Weltcupsaison. »Der neue Kontrolleur hat die Kontrollen extrem verschärft – gefühlt auch sehr verschärft für die deutschen Skispringer«, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der für das gesamte deutsche Team zuständig ist.

Auch gegen diese Kritik wehrte sich Jukkara. »Wir haben während der Saison die Regeln genauer eingehalten und die Kontrollen genauer durchgeführt als in den vergangenen Jahren. Das Ergebnis kann man bei den Männern sehen, die Anzüge ähneln sich deutlich mehr als in der Vergangenheit. Das sorgt für mehr Fairness und führt unseren Sport in einer fairere und sicherere Richtung«, so Jukkara.

Der Finne hatte zuletzt auch Rückendeckung bekommen. Jukkara sei nun einmal ein Kontrolleur, »der rigoros auf die Anzüge achtet, und deswegen sind die Herrenwettkämpfe fairer gestaltet«, so Sven Hannawald gegenüber watson.

ara/sid
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