Tag eins bei Olympia Was in der Nacht geschah – und was der Tag noch bringt

Heftige Winde auf den Alpinstrecken bereiten den Sportlerinnen und Sportlern Sorge. Annika Morgan steht im Slopestyle-Finale. Und: Katharina Althaus springt von der Normalschanze um eine Medaille. Der Olympia-Überblick.
Slopestylerin Annika Morgan ist im Finale am Sonntag mit dabei

Slopestylerin Annika Morgan ist im Finale am Sonntag mit dabei

Foto: MAXIM SHIPENKOV / EPA

Oh, du schöner Freiluftsport: Tückische Winde bringen schon den zweiten Tag in Folge das Training der Abfahrer durcheinander. Beim chronisch windanfälligen Skispringen steht die erste Entscheidung an – und Katharina Althaus hat hervorragende Chancen auf eine Medaille. So läuft es seit der offiziellen Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2022.

Das war wichtig:

Eigentlich soll am Sonntag (4 Uhr MEZ) die Abfahrt der Männer stattfinden. Doch die alpine Königsdisziplin plagt ein Problem: Die böigen Winde auf der Piste in Yanqing, die schon am Vortag für eine Verschiebung des Trainings gesorgt hatten, machten den abschließenden dritten Trainingslauf unmöglich. Nach nur drei Startern wurde die Session abgebrochen.

Der norwegische Mitfavorit Aleksander Aamodt Kilde war der dritte und letzte Abfahrer, der trainieren durfte

Der norwegische Mitfavorit Aleksander Aamodt Kilde war der dritte und letzte Abfahrer, der trainieren durfte

Foto: Alessandro Trovati / AP

Zuvor hatte bereits US-Skistar Mikaela Shiffrin die Bedingungen »nicht nur eine Herausforderung, sondern auch sehr gefährlich« genannt. Für das DSV-Team sollen am Sonntag Romed Baumann, Dominik Schwaiger, Josef Ferstl und Andreas Sander an den Start gehen. Vizeweltmeister Sander erhielt den Vorzug vor Simon Jocher, nachdem die Windverhältnisse die eigentlich geplante sportliche Entscheidung verhindert hatten.

Die Nordischen Kombinierer plagt indes das Problem, mehr Startplätze als einsatzbereite Athleten zu haben: Terence Weber und Eric Frenzel befinden sich nach positiven Coronatests in Isolation. Die Bedingungen für Frenzel im Quarantänehotel hätten sich anfangs »sehr schlecht dargestellt«, kritisierte Teamarzt Stefan Pecher – mittlerweile sei der 33-Jährige allerdings »deutlich besser versorgt«. Manuel Faißt soll am Sonntag als Ersatzmann nachreisen.

Snowboarderin Annika Morgan hat im Slopestyle einen Achtungserfolg erzielt. Bei der Disziplin geht es darum, mit Tricks und Sprüngen über einen Hindernisparcours Punkte zu sammeln. In der Qualifikation zur Medaillenentscheidung am Sonntag (2.30 Uhr) schaffte die 19-Jährige mit einem guten zweiten Versuch als Zehntplatzierte von 30 Starterinnen den Sprung ins Finale der besten Zwölf. »Das ist bei mir Standard, dass ich es im ersten nicht lande, und dann im zweiten lande«, sagte die Sportlerin vom SC Mittenwald.

Das wird noch wichtig

Es ist so weit: Am Samstagvormittag werden die ersten Medaillen vergeben. Insgesamt sechs Entscheidungen stehen über den Tag verteilt an. Los geht es ab 8.45 Uhr mit dem Skiathlon der Frauen über 15 Kilometer. Ganz vorn darf man die DSV-Starterinnen um Katharina Hennig bei diesen Spielen allerdings nicht erwarten: »Es würde schon an ein Wunder grenzen, wenn sie dort eine Medaille macht in einem Einzelwettbewerb«, dämpfte Teamchef Peter Schlickenrieder die Erwartungen an seine beste Läuferin.

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Ähnliches gilt für Fahnenträgerin Claudia Pechstein: Die 49-Jährige kann mit der internationalen Konkurrenz seit Jahren nicht mehr mithalten, ihr Start über die 3000 Meter (Finale ab 9.30 Uhr) ist Erfolg genug für die höchstdekorierte deutsche Winter-Olympionikin der Geschichte (fünf Goldmedaillen). Die deutsche Biathlon-Mixed-Staffel (10 Uhr) setzt im Gegensatz dazu auf zwei Olympia-Neulinge: Startläuferin Vanessa Voigt und Schlussläufer Philipp Nawrath geben ihre Debüts bei den Spielen, die Erfahrung steuern Denise Herrmann und Benedikt Doll bei.

Althaus mit der ersten Goldchance

Apropos Erfahrung: Nach Teilnahmen schließt Pechstein bei diesen Spielen zum gleich alten japanischen Skisprung-Altmeister Noriaki Kasai auf, beide waren je achtmal bei Olympischen Spielen dabei. Eben jenen Kasai, der sich für die Spiele von Peking sportlich nicht qualifizieren konnte, hat Katharina Althaus vor der Einzelkonkurrenz auf der Normalschanze (11.45 Uhr) an der Anlage in Zhangjiakou getroffen.

Skispringerin Katharina Althaus: Eine Medaille ist drin, vielleicht sogar Gold

Skispringerin Katharina Althaus: Eine Medaille ist drin, vielleicht sogar Gold

Foto: Lars Baron / Getty Images

»Fangirl-Moment«, überschrieb Althaus das Selfie mit Kasai bei Instagram. Die Silbermedaillengewinnerin von Pyeongchang hat gute Chancen, in Peking auch selbst weitere Fans zu gewinnen: Aufgrund eines positiven Coronatests fehlt Topfavoritin Marita Kramer, Althaus ist im Gesamtweltcup hinter der Österreicherin Zweite und überzeugte bereits im Training. Eine Medaille ist möglich – womöglich sogar Gold. Wenn denn der Wind mitspielt.

Alle Wettbewerbe des Tages auf einen Blick finden Sie hier.

cev/dpa
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