Tag fünf bei Olympia Was in der Nacht geschah – und was der Tag noch bringt

Mit Sarah Köhler jubelte nach 13 Jahren mal wieder eine deutsche Beckenschwimmerin. Und ein »Krebs« kostete die deutschen Ruderinnen auf den letzten 250 Metern eine Silbermedaille. Hier ist der Olympia-Überblick.
Die deutsche Schwimmerin Sarah Köhler feiert Bronze in Tokio

Die deutsche Schwimmerin Sarah Köhler feiert Bronze in Tokio

Foto: ALEKSANDRA SZMIGIEL / REUTERS

Im olympischen Beckenschwimmen holte Deutschland am Mittwochmorgen erstmals seit 2008 wieder eine Medaille. Ganz vorn lag über 1500 Meter Freistil der Frauen Katie Ledecky – die kurz zuvor bereits über die 200-Meter-Distanz gestartet war. Die deutschen Ruderinnen verloren bei einem unglücklichen Auftritt im Doppelvierer auf den letzten Metern noch die sicher geglaubte Silbermedaille.

Das war wichtig

Lange mussten die Beckenschwimmer auf eine Olympiamedaille warten, seit Britta Steffens Olympiasieg im Jahr 2008, um genau zu sein. Nun war es wieder so weit, Sarah Köhler schwamm über die 1500 Meter Freistil zu Bronze. Dabei unterbot Köhler den deutschen Rekord um sechs Sekunden. Damit kam sie aber nicht an Olympiasiegerin Katie Ledecky heran, die ungefährdet Gold holte, obwohl sie am frühen Mittwochmorgen bereits über die 200 Meter Freistil gestartet und Fünfte geworden war.

Wie Ledecky holte auch der Ungar Kristof Milak Schwimmgold, über die 200 Meter Schmetterling. Wirklich freuen konnte sich der 20-Jährige aber nicht, denn Milak dominiert die Szene seit Jahren und hält den Weltrekord, den er nur zu gerne ausgebaut hätte. Das gelang ihm in Tokio nicht, ein Lächeln gab es deswegen erst bei der Siegerehrung. Dort holten sich am Mittwochmorgen auch die Japanerin Yui Ohashi über 200 Meter Lagen und die Australierin Ariarne Titmus über die 200 Meter Freistil Gold. Titmus' Trainer, dessen Jubel nach dem 400-Meter-Sieg seines Schützlings noch viral gegangen war, hielt sich diesmal vergleichsweise zurück.

Zur Siegerehrung schaffte es der Doppelvierer der deutschen Ruderinnen erst gar nicht. Erstmals in der Geschichte der 1988 ins Programm genommenen Bootsklasse verpasste der Frauen-Doppelvierer eine Medaille. Dass es diesmal nur Rang fünf wurde, lag an einem technischen Fehler rund 250 Meter vor dem Ziel. Bis dahin war das Boot sicher auf Silberkurs gefahren. »Einen Krebs« nennt man es, wenn das Ruderblatt im Wasser verkantet. »Das ist einfach eine bittere Niederlage«, sagte Carlotta Nwajide. Gold holte China.

Probleme im Viererfinale: Die deutschen Ruderinnen verpassten eine Medaille

Probleme im Viererfinale: Die deutschen Ruderinnen verpassten eine Medaille

Foto: Jan Woitas / dpa

Im Basketball hatten die Deutschen hingegen allen Grund zur Freude. Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl gewann gegen das nigerianische »Dream-Team« 99:92 (50:50) und darf nach der Auftaktniederlage gegen Italien weiter auf das Viertelfinale hoffen. Dabei hatte das deutsche Team im dritten Viertel bereits mit elf Punkten zurückgelegen. Bester deutscher Werfer war Johannes Voigtmann mit 19 Punkten. Im letzten Gruppenspiel trifft das Team am Samstag auf Australien.

Das wird noch wichtig

Um den Einzug ins Viertelfinale des olympischen Fußballturniers geht es für das Team von Trainer Stefan Kuntz. In der abschließenden Gruppenpartie gegen die Elfenbeinküste (Anpfiff zehn Uhr) benötigt die deutsche Auswahl allerdings einen Sieg zum Weiterkommen.

Ab 10.30 Uhr kann Dressurreiterin Isabelle Werth deutsche Olympiageschichte schreiben. Mit einem Sieg im Einzel würde sie ihre achte Goldmedaille gewinnen – so viele wie die bislang alleinige Rekordhalterin Birgit Fischer.

Im 7er-Rugby wird zum zweiten Mal nach 2016 ein Olympiasieger gesucht. Kann Fidschi seinen Titel verteidigen? Im Finale trifft Fidschi auf Neuseeland, los geht's um elf Uhr.

Ein Sieg, eine Niederlage – so die bisherige Bilanz der deutschen Handballer in Tokio. Gegen den Tabellenersten Frankreich soll der zweite Erfolg gelingen. Anwurf im Yoyogi National Stadium ist um 14.30 Uhr.

In Tokio feiert 3x3-Basketball sein olympisches Debüt. Die ersten Goldmedaillen in dieser Sportart werden heute im Aomi Urban Sports Park vergeben, um 14.55 Uhr bei den Frauen, um 15.25 Uhr bei den Männern.

Und dann hat auch noch Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev einen arbeitsreichen Tag vor sich: Im Einzel kämpft er gegen den Georgier Nikolos Bassilaschwili um den Viertelfinaleinzug, im Doppel geht es an der Seite von Jan-Lennard Struff schon um das Erreichen des Halbfinals. Gegner sind die US-Amerikaner Austin Krajicek/Tennys Sandgren.

hba/mfu
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