Sommerspiele in Tokio Italien darf bei Olympia nun doch Italien sein

Olympia ohne italienische Athleten? Eigentlich undenkbar. Nach einem Streit um die Unabhängigkeit des nationalen Verbandes standen Sanktionen im Raum. Doch die Corona-Pandemie gefährdet weiterhin die Spiele.
Olympia-Logo in Tokio (im Dezember 2020)

Olympia-Logo in Tokio (im Dezember 2020)

Foto: Eugene Hoshiko / dpa

Die italienischen Athletinnen und Athleten dürfen bei den Olympischen Spielen in Tokio mit eigener Fahne und Nationalhymne antreten. Wie der Präsident des Internationalen Olympische Komitee (IOC), Thomas Bach, nach einer Exekutivsitzung mitteilte, werden keine Sanktionen gegen das italienische Team verhängt.

Zuvor hatte das IOC bemängelt, dass das Nationale Olympische Komitee Italiens (Coni) nicht unabhängig genug vom Staat sei. Hintergrund des Streits ist eine Verfügung der Mitte-Rechts-Regierung in Italien, die im Jahr 2018 die Firma Sport e Salute (Sport und Gesundheit) gegründet und ihr Aufgaben von Coni übertragen hatte.

Aus Sicht des IOC war der Verband daraufhin nicht mehr unabhängig genug von staatlicher Kontrolle. Der IOC hatte lange Änderungen gefordert, denen Italien bis zuletzt nicht nachgekommen war. Daher hätten Sanktionen verhängt werden können. In deren Folge hätte Italien bei den Spielen in Tokio, die am 23. Juli starten sollen, ohne Fahne und Hymne antreten können.

Erst am Dienstag hatte die italienische Regierung dem Verband mit der Verabschiedung eines Dekrets wieder mehr Autonomie zugesichert – kurz vor dem Start der Exekutivsitzung des IOC. Das IOC hatte daraufhin mitgeteilt, das Dekret bei der Sitzung zu berücksichtigen.

Bach weist Kritik an Olympia-Austragung zurück

Doch nicht nur mögliche Sanktionen gegen Italien wurden von der Exekutive besprochen. Nach dem Treffen wies Bach Kritik an den Bemühungen um eine Austragung der Sommerspiele zurück. »Es ist ganz sicher nicht unverantwortlich«, sagte der IOC-Chef. Bach verwies auf die Pläne für vielfältige Corona-Maßnahmen und die Vielzahl internationaler Sportereignisse, die in den vergangenen Monaten schon veranstaltet wurden. Das IOC sei »voll darauf konzentriert und verpflichtet«, die Spiele auszutragen.

»Es gibt Spekulationen über eine Absage, über einen Plan B, über alles«, sagte Bach. »Einige machen sogar den Vorschlag, die Spiele auf das Jahr 2032 zu verschieben. Erzählen Sie dies einem Athleten, der sich gerade vorbereitet«, sagte Bach.

Wie die Großveranstaltung in der Coronakrise aussehen soll, soll in sogenannten Drehbüchern an die Teilnehmer beschrieben werden. In den Anleitungen soll stehen, wie die Teilnehmer »sich selbst und andere schützen können«, sagte Bach. »Die erste Ausgabe der Drehbücher wird bald veröffentlicht, es gibt eine ständige Aktualisierung«. Wie geplant sollen rund 11.000 Athletinnen und Athleten in Tokio an den Start gehen.

hba/dpa/sid
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