Reaktionen auf Zuschauerausschluss bei Olympia Viel Verständnis – und die Absage eines Stars

»Vor leeren Rängen zu spielen, passt einfach nicht zu mir«: Tennisprofi Nick Kyrgios sagt nach dem Zuschauerausschluss seine Olympiateilnahme ab. Turnerin Elisabeth Seitz findet, eine Absage wäre schlimmer gewesen.
Tennisprofi Nick Kyrgios will nicht vor leeren Rängen spielen

Tennisprofi Nick Kyrgios will nicht vor leeren Rängen spielen

Foto: Alberto Pezzali / AP

Australiens Tennisstar Nick Kyrgios hat seine Teilnahme an den Olympischen Spielen abgesagt. Das am Donnerstag verhängte Zuschauerverbot sei bei seiner Entscheidung ein wichtiger Faktor, sagte der Australier am Freitag. Zuletzt hatte Kyrgios, der sich in der vergangenen Woche während des Wimbledon-Turniers verletzt hatte, bereits Zweifel geäußert.

»Der Gedanke, vor leeren Stadien zu spielen, passt einfach nicht zu mir. Das hat er nie«, schrieb er in den sozialen Medien: »Ich möchte einem gesunden australischen Athleten, der bereit ist, das Land zu repräsentieren, die Gelegenheit nicht nehmen.«

Mihambo hofft in Tokio auf Weitsprung-Gold

Mihambo hofft in Tokio auf Weitsprung-Gold

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring / imago images/Beautiful Sports

Das deutsche Olympiateam hat mit Verständnis auf den Ausschluss von Zuschauern reagiert. »Es geht dadurch natürlich etwas Atmosphäre verloren. Aber angesichts der steigenden Zahlen ist diese Entscheidung verständlich und nachvollziehbar«, sagte Schwimmhoffnung Florian Wellbrock.

»Diese Unterstützung wird uns Athleten fehlen, aber wir werden das Beste daraus machen und uns gegenseitig anfeuern. Der Sportsgeist bleibt ungebrochen«, sagte Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo.

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Für viele Athleten wäre eine Absage »ein Riesenschock« gewesen, sagte Kunstturnerin Elisabeth Seitz am Donnerstagabend im ZDF-»heute-journal«. Sie sei »sehr dankbar«, dass die Spiele tatsächlich stattfänden. »Und das ist für uns Sportler schon einmal ein Riesengeschenk. Und wir versuchen trotzdem, einfach unser Bestes zu geben und alles bestmöglich zu genießen, selbst wenn es andere Spiele sind als sonst«, sagte die 27-Jährige. Geisterspiele seien die richtige Entscheidung: »Denn Sicherheit geht am Ende immer vor.«

Die amerikanische 100-Meter-Hürden-Weltrekordhalterin Kendra Harrison sagte, dass die Abwesenheit von Fans bei ihrem Kampf um ihre erste olympische Medaille wenig Unterschied machen würde. »Wenn man sich mit den Besten der Welt misst, macht man sich nicht wirklich Gedanken darüber, wer auf der Tribüne sitzt«, sagte Harrison gegenüber Kentuckys Spectrum News 1. »Man macht sich nur Gedanken darüber, dass man rausgeht und das Beste aus seinen Fähigkeiten macht.«

Olympia in Tokio soll am 23. Juli eröffnet werden.

jan/dpa/sid
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