Marathonläufer Gabius »Ich halte es für richtig, dass man die Sportler impft«

Sollten Athletinnen und Athleten in Deutschland für die Spiele in Tokio geimpft werden? Für Leichtathlet Arne Gabius stellt sich diese Frage nach dem Ende des Impfstoffmangels nicht mehr.
Arne Gabius beim Halbmarathon in Frankfurt im vergangenen Jahr

Arne Gabius beim Halbmarathon in Frankfurt im vergangenen Jahr

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Kai Peters / Jan Huebner / imago images

Seit Monaten wird im deutschen Sport darüber debattiert, ob und wann Athletinnen und Athleten im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August 2021) geimpft werden sollen. Ein Vordrängeln soll es nicht geben, allerdings würde es die Teilnahme an den um ein Jahr verschobenen Spielen erheblich erleichtern. Für Marathonläufer Arne Gabius stellt sich diese Frage schon bald nicht mehr.

»In einem Monat führen wir diese Diskussion nicht mehr«, sagte Gabius. Der Assistenzarzt in der Kardiologie eines Stuttgarter Krankenhauses erwartet, dass der Impfstoffmangel zeitnah behoben sein wird. Am Donnerstag hatte das Robert Koch-Institut über 600.000 Impfungen in Deutschland gemeldet, in diesem Tempo soll es in den kommenden Wochen weitergehen, dann sollen mehr als eine Million Menschen pro Tag geimpft werden.

Und dann sollten auch die Olympiakandidaten drankommen. »Ich halte es für richtig, dass man die Sportler impft«, sagte Gabius, der als Arzt bereits vollständig gegen Corona geimpft ist: »Über wie viele Dosen sprechen wir denn da? Vielleicht knapp 1000. Vermutlich werden in Deutschland mehr Dosen am Tag weggeschmissen.« Das Team des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) soll in Tokio aus ungefähr 400 Athletinnen und Athleten bestehen.

Gabius hofft, dass er sich am Sonntag in Siena für den Olympiamarathon qualifiziert. »Es ist mein ganz großer Traum, in Sapporo meine Karriere zu beenden«, sagte der ehemalige deutsche Rekordhalter (2:08:33 Stunden). Wegen der zu erwartenden Hitze in Tokio wurde der Klassiker über 42,195 Kilometer ins kühlere Sapporo verlegt.

krä/sid
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