Athleten bei Olympischen Spielen in Peking »Ich bin gespannt, was mit denen passiert, die was sagen«

Wird es bei den Olympischen Winterspielen in Peking politische Kritik von Sportlerinnen und Sportlern geben? Karla Borger, Präsidentin des Vereins Athleten Deutschland, hat sich zu der Frage geäußert.
Karla Borger

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Frank May / picture alliance / dpa

Präsidentin Karla Borger vom Verein Athleten Deutschland glaubt, dass die Mehrheit der Sportlerinnen und Sportler bei den Olympischen Winterspielen in Peking von politischen Statements absehen wird. »Ich gehe nicht davon aus, dass sich viele Athletinnen und Athleten äußern werden«, sagte Borger: »Und ich bin selber gespannt, was mit denen passiert, die was sagen werden. Die Drohungen, die letzte Woche ausgesprochen wurden, führen dazu, dass wahrscheinlich keiner oder nur wenige was sagen werden.«

Ein Vertreter des Organisationskomitees der Spiele (4. bis 20. Februar) hatte in der Vorwoche mitgeteilt, dass Äußerungen gegen den olympischen Geist bestraft werden könnten, »insbesondere wenn sie chinesische Gesetze oder Regeln verletzen«.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren vor allem das Internationale Olympische Komitee (IOC) für den Umgang mit diesen Äußerungen, es bestünden starke Zweifel an der Meinungsfreiheit der internationalen Sportlerinnen und Sportler in Peking.

Beachvolleyballerin Borger hat sich auch gefragt, wie sie sich in dieser Situation verhalten würde. »Das ist natürlich enorm schwer, weil es einerseits einfach komplett um Sport geht. Und dann eben darüber nachzudenken, was sage ich und was sage ich nicht, ist anstrengend«, sagte die 33-Jährige: »Nichtsdestotrotz würde ich, wenn ich Wintersportlerin wäre, weder in die eine noch in die andere Richtung gehen. Ich würde weder kritisieren noch groß loben.«

krä/sid