Olympia in Peking Wada schließt Manipulation von Dopingproben so gut wie aus

Die Welt-Antidopingagentur sieht keine Möglichkeiten, Dopingproben im Kontrolllabor der Olympischen Winterspiele zu manipulieren. Neue Laborlieferanten und ein neues Testverfahren sollen mehr Sicherheit bringen.
Hinweisschild vor dem nationalen Ski-Alpin-Zentrum in Yanqin

Hinweisschild vor dem nationalen Ski-Alpin-Zentrum in Yanqin

Foto: Michael Kappeler / dpa

Die Welt-Antidopingagentur schließt Manipulationen von Dopingproben im Kontrolllabor der Olympischen Winterspiele in Peking so gut wie aus. »Wir haben gelernt, haben Beobachter auch im Labor und haben einen neuen Lieferanten der Probenfläschchen«, sagte Wada-Generaldirektor Olivier Niggli. Bei den Winterspielen 2014 in Sotschi hatte der russische Gastgeber Proben seiner Athleten im Kontrolllabor durch Öffnen der Fläschchen ausgetauscht, um Doping zu vertuschen.

Erstmals wird bei den Peking-Spielen die Bluttropfen-Methode (Dried-Blood-Spot) vollumfänglich bei Dopingtests eingesetzt. Dabei werden Bluttropfen auf Filterpapier getrocknet und danach analysiert. Bei den Sommerspielen in Tokio hatte es zunächst ein Pilotprojekt gegeben. »Mit der DBS-Methode ist die Kontrolle einfacher, die Proben sind besser zu transportieren und zu lagern«, erklärte Niggli. »Sie ersetzt aber nicht die bisher gängigen Kontrollverfahren.«

Die Wada bestätigte zudem noch einmal, dass die Zahl der weltweiten Dopingkontrollen 2021 trotz der anhaltenden Coronapandemie fast wieder auf normales Testniveau gestiegen ist. Nach Angaben der Weltagentur sind im vergangenen Jahr rund 274.254 Dopingproben von 256 Antidopingorganisationen entnommen worden. Im ersten Coronajahr war die Zahl auf 168.256 Proben gesunken. 2019 waren es weltweit 305.881 Proben gewesen.

Doping könne auch noch nach Jahren aufgedeckt werden

Die bei Olympia entnommenen Proben werden bis zu zehn Jahre gelagert. Das sei ein wichtiges Element im Antidopingkampf. »Die Athleten können nicht sicher sein, dass sie nicht in mehreren Jahren doch noch gefangen werden«, sagte Niggli. Die gelagerten Proben der Winterspiele 2018 in Pyeongchang seien bisher noch nicht in das Retest-Verfahren gekommen. »Man muss dafür den richtigen Zeitpunkt wählen, wenn man bessere Analysemethoden gefunden hat«, sagte Niggli.

vgl/dpa