Schindler gewinnt erste deutsche Medaille bei Paralympics 2021 Die »Killerbiene« rast zu Bronze

Sie holte bereits bei Straßenrennen Medaillen, nun hat die 35 Jahre alte Denise Schindler mit einem Bahnrad-Erfolg ihre Karriere gekrönt. Sie fuhr in Tokio zu Bronze – in einer erstaunlich schnellen Verfolgung.
Auf dem Weg zu Bronze: Denise Schindler

Auf dem Weg zu Bronze: Denise Schindler

Foto: Kiyoshi Ota / Getty Images

Denise Schindler hat bei den Paralympics in Tokio für die erste deutsche Medaille gesorgt. Die 35-Jährige gewann in der Bahn-Verfolgung der Klasse C3 über 3000 Meter die Bronzemedaille. Für die ehemalige Para-Rad-Weltmeisterin war es die erste Bahn-Medaille ihrer Karriere, die vierte jedoch insgesamt nach Silber und Bronze in Rio 2016 sowie Silber 2012 in London jeweils auf der Straße.

»Der Präsident höchstpersönlich hat mich heute zu Bronze geschrien«, sagte Schindler über DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher, der von der Tribüne das Rennen verfolgte: »Er wusste, wie wichtig es mir ist, endlich meine Medaille auf der Bahn zu holen.« Sie sei deshalb »wahnsinnig glücklich«, aber auch sehr erleichtert. »Ich stand so unter Druck, ich war den ganzen Tag nicht ansprechbar«, sagte sie: »Am Ende sind mir so viele Steine vom Herzen gefallen, das hat die ganze Bahn gehört.«

Schindler, die für den BPRSV Cottbus startet, gewann das kleine Finale im Izu Velodrome gegen die Amerikanerin Clara Brown. In überragenden 3:55,120 Minuten und persönlicher Bestzeit ließ die unterschenkelamputierte Athletin ihrer Konkurrentin aus den USA (4:01,523) keine Chance. Gold sicherte sich die Australierin Paige Greco in der neuen Weltrekordzeit von 3:50,815 Minuten vor Xiaomei Wang (China/3:54,975).

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Bereits in der Qualifikation war Schindler in 3:57,625 Minuten knapp drei Sekunden unter dem bisherigen Weltrekord der Australierin Greco geblieben, musste sich aber dennoch mit Rang drei begnügen. Zum Finaleinzug fehlten Schindler knapp zwei Sekunden.

Dennoch war die »Killerbiene«, so lautet ihr Spitzname (lesen Sie hier ein Porträt über die Athletin ), über ihre starke Zeit in der Qualifikation »überglücklich. Wahnsinn, das war mein großer Traum, darauf habe ich jetzt so lange hingearbeitet, das war irgendwie eine magische Schallmauer, wo man nie drunter kam, und jetzt habe ich es hier geschafft«, sagte Schindler, die als Zweijährige in ihrer Geburtsstadt Chemnitz auf eisigem Weg unter eine Straßenbahn rutschte und ein Bein verlor.

jan/sid
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