Sommerspiele in Tokio Japan schließt ausländische Fans von Olympischen Spielen aus

Nun ist es offiziell: Das größte Sportereignis der Welt soll ohne Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Ausland stattfinden. Olympia und die Paralympics werden zu TV-Spielen, auch finanziell wiegt die Entscheidung schwer.
IOC-Präsident Thomas Bach im Olympiastadion von Tokio

IOC-Präsident Thomas Bach im Olympiastadion von Tokio

Foto: Behrouz Mehri / AP

Damit die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio stattfinden können, sperren die japanischen Gastgeber ausländische Zuschauerinnen und Zuschauer aus. Diese historische Entscheidung teilte das Organisationskomitee in einer Videoschalte dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und den Paralympics-Machern (IPC) mit. IOC und IPC  hätten die Entscheidung »vollkommen respektiert und akzeptiert«, hieß es.

Mehrere japanische Medien hatten zuletzt unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass Fans aus dem Ausland die Einreise zu den Tokio-Spielen verwehrt bleiben solle, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die neue Organisationschefin Seiko Hashimoto hatte auf eine Entscheidung über ausländische Olympia-Fans noch vor Beginn des olympischen Fackellaufs am 25. März gedrängt.

Die Begegnung von Menschen aus weit über 100 Ländern bildete stets ein Herzstück Olympias. Bislang waren rund eine Million Tickets an Fans aus dem Ausland verkauft worden, sie sollen eine Erstattung erhalten. 4,5 Millionen Eintrittskarten gingen den Angaben zufolge bislang an japanische Käuferinnen und Käufer. Ob Einheimische in die Arenen dürfen, soll bis Ende April entschieden werden.

»Wir wissen, dass es ein großes Opfer für jeden ist«, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. »Uns tut das sehr leid.« Sicherheit aber habe oberste Priorität. Man stehe weiter »Seite an Seite« mit den Japanern, um Olympia und Paralympics zu einem Erfolg zu machen.

Für das geplante Budget der Organisatoren ist der Ausfall bei den Ticketeinnahmen ein harter Schlag. Hinzu kommen erhebliche Folgen für das Tourismusgewerbe, das auf viel Geld von Olympia-Gästen und die Werbewirkung gehofft hatte. Ein Appell der offiziellen Ticket-Agenturen außerhalb Japans an Bach und OK-Chefin Hashimoto vom Vortag des Gipfels zur Verschiebung der Entscheidung blieb wirkungslos.

Die ursprünglich für 2020 geplanten Spiele in Tokio waren im Vorjahr wegen der Coronakrise um ein Jahr verschoben worden. Noch im Dezember hatte das japanische Organisationskomitee bekräftigt, möglichst viele ausländische Besucher ins Land lassen zu wollen. In den vergangenen Wochen verstärkten sich jedoch die Zweifel an diesen Plänen.

In Japan sprach sich Umfragen zufolge zuletzt eine große Mehrheit für eine erneute Verlegung oder komplette Absage der Spiele aus. Die japanischen Organisatoren haben trotz der schwierigen Lage eine weitere Verschiebung der Spiele ausgeschlossen. Sie sind bemüht, mit strengen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie Vertrauen für die Austragung von Olympia und Paralympics zu gewinnen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, das IOC habe ausländische Fans von den Spielen in Tokio ausgeschlossen. Tatsächlich hat nach offiziellen Angaben Japan als Gastgeber diese Entscheidung gefällt.

sak/dpa