Spekulationen über Sommerspiele in Tokio Nur japanische Fans bei Olympia?

Das Datum der Olympischen Sommerspiele rückt immer näher. Die Diskussionen rund um die Austragung mitten in der Pandemie aber hören nicht auf. Aktuell geht es erneut um die Frage nach dem Publikum in den Stadien.
Japans Olympiaministerin Tamayo Marukawa

Japans Olympiaministerin Tamayo Marukawa

Foto: STR / AFP

Damit die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio stattfinden können, wollen die japanischen Gastgeber angeblich ausländische Zuschauerinnen und Zuschauer aussperren. Das zumindest schreibt die drittgrößte Tageszeitung des Landes »Mainichi« unter Berufung auf mehrere ungenannte Quellen. Demnach strebe Japans Regierung den Ausschluss mit Blick auf die anhaltend großen Bedenken in der Bevölkerung wegen der Verbreitung des Coronavirus an. »Unter den aktuellen Umständen können wir keine Zuschauer aus dem Ausland akzeptieren«, zitiert »Mainichi« eine Regierungsquelle.

Japans Olympiaministerin Tamayo Marukawa teilte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit, eine Entscheidung über Fans aus Übersee werde bis Ende März gefällt. Die neue Chefin des Organisationskomitees der Spiele, Seiko Hashimoto, schloss sich dieser Aussage an: »Ich persönlich möchte es bis zum 25. dieses Monats entschieden haben, wenn der olympische Fackellauf beginnt«, sagte Hashimoto nach einer Videoschalte mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach. Ziel sei es, dass sich die japanischen Bürgerinnen und Bürger mit den Spielen sicher fühlen.

Dem Medienbericht zufolge wird noch geprüft, ob zumindest japanische Fans bei den Sommerspielen in den Arenen dabei sein dürfen und inwiefern die Zuschauerinnenzahl begrenzt werden soll. Die Frage einer Beschränkung der Stadionkapazität werde bis Ende April geklärt, sagte Hashimoto.

Die für 2020 geplanten Spiele in Tokio waren im Vorjahr wegen der Coronakrise um ein Jahr verschoben worden. In Japan sprach sich Umfragen zufolge zuletzt eine große Mehrheit für eine erneute Verlegung oder komplette Absage der Spiele aus. Noch im Dezember hatte das japanische Organisationskomitee bekräftigt, möglichst viele ausländische Besucher ins Land lassen zu wollen. Für sie solle eine generelle Maskenpflicht und das Gebot zur Nutzung einer Corona-Warn-App gelten. In den vergangenen Wochen verstärkten sich jedoch die Zweifel an diesen Plänen.

»Die Sicherheit steht an erster Stelle«, sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike nun bei den Gesprächen der Olympia-Macherinnen. IOC-Chef Bach versicherte den japanischen Gastgebern, dass viele Sportler bereits mit einer Corona-Impfung zu den Sommerspielen in Tokio anreisen werden. Eine »beträchtliche Zahl« der 206 Nationalen Olympischen Komitees habe bereits Impfungen für seine Athletinnen sichergestellt, sagte Bach. Eine weitere größere Menge von NOKs sei in guten Gesprächen mit den jeweiligen Regierungen, damit Olympiateilnehmer frühzeitig nach den Risikogruppen geimpft werden.

Japan selbst hatte deutlich später als andere Länder erst Mitte Februar mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga steht wegen ihres Krisenmanagements in der Pandemie schwer in der Kritik.

sak/dpa/Reuters
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