Weitsprung-Weltmeisterin Mihambo lernt künftig bei einer Leichtathletik-Legende

Einen besseren Lehrmeister kann Malaika Mihambo nicht finden. Die deutsche Weitspringerin trainiert künftg in den USA unter den Fittichen von Superstar Carl Lewis. Der DLV reagiert mit Bedauern auf den Wegzug.
Malaika Mihambo will auf das nächste Level springen

Malaika Mihambo will auf das nächste Level springen

Foto: Kiril Kudryavtsev AFP

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo wird künftig von einem der größten Leichtathleten der Sportgeschichte trainiert - vom neunmaligen Olympiasieger und achtmaligen Weltmeister Carl Lewis. Das sagte die 26-Jährige von der LG Kurpfalz der "Bild am Sonntag". Die aktive Athletin Mihambo und der ehemalige Weltklasse-Sportler Lewis hatten sich vor einigen Wochen bei einem Online-Termin kennengelernt. Im August will Mihambo nach Houston im US-Bundesstaat Texas ziehen.

"Er ist der Athlet des Jahrhunderts. Beim Verfolgen der Weitsprung-Historie habe ich gesehen, dass er auch ein guter Sprinter war. Es so weit zu schaffen auf zwei Sprint-Strecken, der Staffel, im Weitsprung, das bewundere ich", sagte Mihambo und nannte ihre Ziele für die Zusammenarbeit mit dem 58 Jahre alten Lewis.

"Ich möchte mich als Athletin und als Mensch weiterentwickeln. Das ist in diesem Umfeld gegeben. Carl Lewis und Leroy Burrell, der mein Sprint-Trainer wird, waren jahrelang in der Weltspitze. Ich kann sehr viel von ihnen lernen, da sie den gleichen Weg gegangen sind", sagte sie.

Carl Lewis (links) gegen Ben Johnson (rechts) - das legendäre Sprintfinale von Seoul 1988. Und wegen Johnsons Doping auch einer der größten Skandale

Carl Lewis (links) gegen Ben Johnson (rechts) - das legendäre Sprintfinale von Seoul 1988. Und wegen Johnsons Doping auch einer der größten Skandale

Foto: Joe Patronite/ Getty Images

Die ersten Gespräche mit Lewis seien "sehr inspirierend" gewesen. "Die 16 Jahre in dem gewohnten Umfeld haben mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Dafür bin ich sehr dankbar, aber irgendwann ist es Zeit für was Neues", meinte Deutschlands "Sportlerin des Jahres". Sie habe das Gefühl, "dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt für einen solchen großen Schritt ist".

Der Deutsche Leichtathletik-Verband reagierte mit Bedauern auf Mihambos Schritt. "Wenn Athletinnen oder Athleten eine neue Herausforderung suchen, um sich persönlich und sportlich weiter zu entwickeln, können wir sie nicht aufhalten", sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing: "Mihambos Entwicklung und der beeindruckende WM-Triumph von Doha haben aber gezeigt, dass unser Sprungtrainerteam ein international sehr hohes Niveau hat und Titelgewinne mit unserem Fördersystem absolut erreichbar sind."

Mihambo ist nicht die erste deutsche Weltklasse-Leichtathletin, die sich zu diesem wegweisenden Schritt entschloss. Auch Mittelstrecken-Ass Konstanze Klosterhalfen, Top-Sprinterin Gina Lückenkemper und Hindernis-Europameisterin Gesa Krause trainieren in den USA.

aha/dpa/sid
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