Herausforderungen durch Klimawandel Minustemperaturen könnten Kriterium für Bewerber von Winterspielen werden

Der Gastgeber für das Winter-Olympia 2030 wird anders als geplant noch nicht im kommenden Jahr benannt. Die Auswahlkommission solle mehr Zeit bekommen. Diskutiert werden auch Vorgaben zu Minustemperaturen.
Der deutsche Kombinierer Eric Frenzel bei den Olympischen Spielen in China

Der deutsche Kombinierer Eric Frenzel bei den Olympischen Spielen in China

Foto:

Hendrik Schmidt / dpa

Für den Deutschen Olympischen Sportbund hat die Verschiebung der Winterspiele-Vergabe für 2030 keine Auswirkung auf eine mögliche eigene Kandidatur. Dies teilte der DOSB, der zuletzt einen Strategieprozess für eine Olympia-Bewerbung beschlossen hatte, auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Nach den Vorstellungen des DOSB wären erst 2034 und 2038 für Winterspiele oder 2036 und 2040 für Spiele im Sommer die realistisch möglichen Jahre für eine deutsche Bewerbung.

Das Internationale Olympische Komitee hatte am Dienstag mitgeteilt, mit Blick auf den Klimawandel den Gastgeber für die Winterspiele 2030 noch nicht bei der IOC-Session im kommenden Jahr zu küren. Die Auswahlkommission solle mehr Zeit für die Prüfung aller Faktoren und Gespräche mit Experten und Verbänden erhalten, um eine Entscheidung zu fällen. Die drei betreffenden Interessenten seien informiert worden, teilte das IOC mit.

»Es ist gut, dass das IOC aufgrund des geänderten Vergabeprozesses flexibel agieren kann und nicht mehr starr an einen Zeitplan gebunden ist«, teilte der DOSB mit. »Die Verschiebung verdeutlicht die großen Herausforderungen, mit denen der Wintersport und die Olympischen Winterspiele aufgrund des Klimawandels konfrontiert sind.«

Bewerber müssen Minusgrade nachweisen

Das IOC reagierte damit auf einen Report der Vergabekommission unter der Führung des Rumänen Octavian Morariu. Die Kommission hat Vorgaben und Anforderungen an einen möglichen Ausrichter der Winterspiele formuliert. Unter anderem muss ein Bewerber an Austragungsorten von Schneewettbewerben zur Olympia-Zeit eine Temperatur von unter null Grad über einen Zeitraum von zehn Jahren nachweisen.

Diskutiert wurde dabei auch die Idee, Winterspiele zwischen bestimmten Städten und Regionen rotieren zu lassen. Darüber sei aber ebenso nicht abschließend entschieden worden wie über eine mögliche Doppelvergabe der Winterspiele 2030 und 2034.

Für Olympia 2030 haben Salt Lake City und Sapporo ihre Kandidatur angekündigt. Zu einer Bewerbung von Vancouver hatte zuletzt die Regierung des kanadischen Bundesstaates British Columbia Nein gesagt.

2026 finden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt.

Zuletzt sorgte das asiatische Olympiakomitee für Kritik, das ein umstrittenes Milliardenprojekt abgesegnet und die Asien-Winterspiele 2029 nach Saudi-Arabien vergeben hatte. Die Wettbewerbe sollen in einer Bergregion in Küstennähe ausgetragen werden. Schnee hat es dort allerdings noch nie gegeben.

ngo/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.